Was ist Synth Anthology 5 genau?

Es ist ein einziges Software-Instrument, das 300 Synthesizer beherbergt, jeden einzeln Patch für Patch von der echten Hardware gesampelt. UVI hat jede Epoche und jede Syntheseform aufgenommen, von alten Analog-Polys über FM-Maschinen bis zum modernen Boutique-Gerät, und alles in einen Browser gepackt. Version 5 stapelt 100 neue Maschinen auf Version 4 und ist damit die größte Veröffentlichung, die die Serie je hatte. Unter der Haube liegen mehr als 6.000 Klangschichten, 4.700 Presets und 38.071 Samples, rund 28 GB FLAC-Audio.

Was ändert sich diesmal wirklich?

Die eigentliche Neuerung ist die Dual-Layer-Engine. Man kann zwei der 300 Synths in eine hybride Stimme stapeln und mischen, sodass sich ein Oberheim-Pad unter eine FM-Glocke im selben Patch legt. UVI ergänzt zudem eine Analog-Drift-Regelung, die Stimmung und Timing so ausfransen lässt, wie alte Hardware driftet, plus zwei neue modellierte Filter, ein Ladder und ein VCF4023. Das ist also nicht bloß eine dickere Sample-Bank. Es ist ein spielbares Instrument mit eigenem Charakter über den Ursprungsmaschinen.

Dreihundert Kultsynths in einem Browser, für weniger als ein einzelnes Boutique-Pedal.

Lohnt es sich für House- und Techno-Producer?

UVI setzt es bis zum 20. Juli auf 89 Euro oder Dollar an, statt 149, mit einem Upgrade für 49 für Besitzer von Synth Anthology 4. Für einen Producer, der dem Sound eines OB-6, einer glasigen FM-Glocke oder einer raren italienischen String-Machine nachjagt, ohne den Gebrauchtmarkt abzuklappern, ist das viel Boden für das Geld. Der Haken ist der alte bei gesampelten Synths: Man bekommt den Klang, nicht das Schrauben am echten Schaltkreis in Echtzeit.