Was braucht es, um in Manchester eine Institution über zwanzig Jahre aufzubauen?
The Warehouse Project startete nicht mit Rückenwind. Sam Kandel und Richard McGinnis gründeten es 2006 in einem Eisenbahnbogen an der Store Street, mit der Überzeugung, dass Manchester Hunger nach einer konsequenten elektronischen Programmierung hatte, die die Clubs der Stadt nicht boten. Die Wette ging auf. Zwanzig Jahre später ist das WHP eines der meistkopierten Formate im britischen Clubbing: ein saisonales Modell, fest an einem Ort verankert, bei dem der Raum selbst das Produkt ist.
Der Umzug zum Mayfield Depot war die zweite Wette, wohl die kühnere. Das ehemalige Eisenbahndepot gab dem Projekt einen Rahmen, der seinen Ambitionen entsprach, und das Booking folgte: Floating Points, Four Tet, Peggy Gou, Veteranen der ersten britischen Rave-Szene und eine ununterbrochene Reihe der ernsthaftesten Namen der Underground-Elektronik, Saison für Saison.
Was ist der Dokumentarfilm 'Twenty Years In Manchester'?
Für das Jubiläum beauftragte das WHP Leigh Powis mit der Regie, der sich für Kodak-Ektachrome-Film entschied. Das ist keine zufällige Wahl: Die Ektachrome hat eine Wärme und Körnigkeit, die das Digitale nicht nachahmen kann, und eine zwanzigjährige Geschichte in einem Format zu erzählen, das mit einer anderen Epoche verbunden ist, sagt etwas Ehrliches darüber, wie das Projekt auf seine eigene Vergangenheit blickt. Der Film mit dem Titel 'Twenty Years In Manchester' war auf Apple Music ab dem 26. Mai für Frühbucher zugänglich, mit globalem Release am 29. Mai 2026.
Die Apple-Music-Partnerschaft geht über den Film hinaus. Sie umfasst eine Sammlung von Mixes in Spatial Audio und vor allem ein zwanzigjähriges Archiv aufgezeichneter, aber nie veröffentlichter Sets. Wer damals in jenen Räumen stand, findet hier das Dokument dazu. Alle anderen kommen diesem Erlebnis so nah wie möglich.
"Zwanzig Jahre Sets, die den Raum nie verlassen haben. Jetzt verlassen sie ihn."
Wie sieht Saison 20 aus, und wann beginnt sie?
Saison 20 eröffnet am 18. September 2026. Die ersten Abende gehören KI/KI, Interplanetary Criminal und Overmono: eine Auswahl, die klar zeigt, wo das Projekt heute steht, technisch anspruchsvoll, körperlich intensiv, mit dem Blick nach vorne, auch wenn es gerade zurückschaut.
Vor Saisonbeginn dokumentiert eine Freiluft-Fotoausstellung im Juli 2026 an der The Avenue Spinningfields in Manchester zwanzig Jahre WHP in Bildern. Freier Eintritt, außerhalb des Club-Kontexts: die richtige Entscheidung, denn die Wirkung des WHP beschränkt sich nicht auf das, was um 3 Uhr morgens im Depot passiert.



