Der Brüsseler Parc des Étangs liegt unter den Viadukten der E19, Beton, der über einen Streifen Park und Wasser mitten in der Stadt ragt. Ein ungewöhnlicher Ort für ein Festival, und genau deshalb hat Fuse ihn gewählt. Für diese neue Ausgabe des XRDS Crossroads Festival baut der Veranstalter hinter Belgiens ältester noch aktiver Techno-Nacht drei Bühnen, The Bridge, Outskirts und Viaduct, genau dort, wo die Infrastruktur der Stadt auf ihre Grünflächen trifft.

Was unterscheidet XRDS von einem gewöhnlichen Festival?

Die Veranstalter beschreiben den Ort als einen Punkt, an dem "Beton auf Natur trifft", und das Line-up untermauert das: kein Line-up für nur ein Genre, sondern Fuses eigener Geschmack ausgebreitet über zwei Tage. Der Sound bewegt sich zwischen Leftfield-House und hartem Techno, mit Abstechern in Breaks und Drum and Bass, manchmal innerhalb desselben Sets. Diese Bandbreite ist seit drei Jahrzehnten Fuses Markenzeichen: Der Club baute sich seinen Ruf auf, indem er in den 1990ern Detroit-Techno nach Brüssel brachte, und hat sich nie auf reinen Vierviertel-Purismus beschränkt.

Wer spielt an diesem Wochenende wirklich?

Die Headliner sprechen für sich. Ben Klock und Ryan Elliott stehen für die Berghain-Linie, reduzierten, rollenden Techno. SHERELLE und Ben UFO ziehen das Wochenende Richtung Jungle, Footwork und Bass Music, während Drum-and-Bass-Gründungsfigur Goldie eine historische Legitimität mitbringt, die sich kaum ein Techno-Festival zu buchen traut. Der italienische Minimal-Architekt Donato Dozzy, das Berliner Duo FJAAK und der aufstrebende Australier Mall Grab vervollständigen ein Line-up, das eher wie eine auf über 50 Acts gestreckte Fuse-Residency wirkt als wie ein von einem Komitee zusammengestelltes Festival.

"Beton trifft auf Natur", fassen die Veranstalter den Ort zusammen, und das Programm folgt derselben Logik: keine einzelne Linie, nur Fuses eigener Geschmack im großen Maßstab.

Warum zählt der Name Fuse auf dem Plakat?

Fuse eröffnete am 16. April 1994 in einem ehemaligen Kino, gegründet von Peter Decuypere und Thierry Coppens, und ist bis heute Belgiens ältester noch aktiver Techno-Club, eine Seltenheit in einer Szene, in der Locations oft binnen zehn Jahren schließen. Genau das ist der eigentliche Reiz der Veranstaltung: Ein Club, der drei Jahrzehnte Brüsseler Nachtleben überstanden hat und unter eigenem Namen ein Open-Air-Wochenende kuratiert, ist etwas anderes als eine generische Marke, die einen Park und das Roster einer Agentur mietet.

Der Zutritt ist ab 18 Jahren, Tickets gibt es über tickets.xrds.be, und ein eigener Shuttle-Service (event-shuttle.be) verbindet das Gelände an beiden Tagen mit der Brüsseler Innenstadt.