Was ändert sich mit Firmware 1.3 wirklich?
1010music hat eine Beta der Firmware 1.3 für den 1010music bluebox veröffentlicht, laut dem Bericht von Synthanatomy vom 29. Juli der größte funktionale Sprung, den das kleine Misch- und Aufnahmemodul seit dem Launch gemacht hat. Die wichtigste Neuerung ist ein Sidechain-Kompressions-Effekt direkt in der Mix-Engine: man wählt die Quelle, die ihn auslöst (eine andere Spur, die eine Schwelle überschreitet, der interne Clock synchron zu einer Notenunterteilung, oder eine eingehende MIDI-Note), und stellt dann Attack, Hold, Release und Tiefe ein, um zu bestimmen, wie stark der Pump-Effekt zuschlägt.
Daneben hat 1010music den USB-Audio-Pfad überarbeitet. Beide bluebox-Versionen laufen jetzt mit 24 Bit/48 kHz; das Desktop-Gerät bietet sauberes Stereo-Routing zu einem Computer, und die Eurorack-Version des Moduls, die den bluebox zum Misch- und Aufnahmehirn eines ganzen Racks macht, kann nun drei Stereopaare plus 12 Mono-Eingänge über ein einziges USB-C-Kabel an eine DAW oder ein iOS-Gerät schicken.
Warum ist der SD-Kartenleser-Modus so wichtig?
Die andere Verbesserung wirkt auf dem Papier kleiner, ändert aber den Alltag: bluebox kann sich jetzt wie ein simpler microSD-Kartenleser verhalten und sich als Laufwerk einbinden, sobald er an einen Computer angeschlossen wird. Wer schon mal ein Set auf dem bluebox aufgenommen hat und danach die Karte entnehmen, einen Adapter suchen und die Dateien auf den Desktop ziehen musste, versteht sofort, warum das laut Synthanatomy eine der meistgewünschten Funktionen in der Community war.
Ein 32-Band-Spektrumanalyzer läuft jetzt live auf der gewählten Spur oder dem Hauptbus, ein visuelles Feedback, für das man vorher das Audiosignal erst zu einem Laptop routen musste.
Für wen ist das Update eigentlich gedacht?
Der bluebox wurde dafür gebaut, dass ein modulares Rack oder ein kompakter Live-Aufbau sich selbst mischt und aufnimmt, ganz ohne Laptop in der Kette. Sidechain-Kompression an Bord bedeutet, dass ein DJ oder ein Live-Act einen Pad-Sound oder Vocal unter der Kick ducken kann, nur mit dem Modul, und der SD-Leser-Modus bringt die fertige Aufnahme in Sekunden vom Gerät herunter. Genau das ist das Versprechen solcher eigenständigen Hardware: weniger Umwege über Software, damit der Workflow wirklich funktioniert.



