Warum spielte Adriatique auf einem Strandgelände statt in einem Kairoer Club?

Weil genau dort P+US Egypt investiert. Der Veranstalter eröffnete seine vierteilige Sommerreihe an der North Coast am 24. Juli 2026 mit Adriatique im Zahra Compound, und dafür wurde kein beliebiger Name gebucht. Adriatique gehört zu den verlässlichsten globalen Zugpferden der Deep House, die Art Act, die eine Time Warp Bühne oder ein Zürcher Warehouse headlinen kann. Das Duo an einen Strandort an der ägyptischen Mittelmeerküste zu holen, laut Electronic Groove, ist eine Booking-Entscheidung, die Vertrauen signalisiert, kein Gefallen.

P+US ist damit nicht neu im Geschäft. 2019 in Ägypten gegründet und unter Venture Lifestyle betrieben, hat der Veranstalter bereits Anymas Produktion «Quantum Genesys» an den Pyramiden von Gizeh und Adriatiques eigene «X»-Erfahrung ausgerichtet, dazu Termine mit Carl Cox, Tiësto und Miss Monique verteilt auf Kairo, El Gouna, Doha, Athen und Beirut. Das ist eine Struktur, die seit Jahren Booking-Beziehungen zu genau der Art von tourenden Line ups aufbaut, die Nordafrika sonst meiden.

Was beweist eine vierteilige Reihe wirklich?

Ein einzelner Termin ist eine Kuriosität. Vier Termine im Kalender, den ganzen Sommer hindurch aneinandergereiht, ist ein Geschäft. Nach Adriatiques Eröffnung am 24. Juli geht die Reihe mit Francis Mercier am 31. Juli und Solomun am 7. August weiter, beide ebenfalls im Zahra Compound, bevor sie am 21. August im Cubix mit Black Coffee endet, laut Electronic Groove. Ein Line up, das Deep House, afro-angehauchte Melodic House und mit Black Coffee einen der größten globalen Namen der House Music umspannt, alles an derselben Küste innerhalb von sechs Wochen.

Die North Coast, nicht Kairos Clubräume, ist nun der bevorzugte Ort für ein wiederkehrendes internationales Line up.

Für Booker, die beobachten, wo die MENA-Elektroszene tatsächlich wächst, zählt das mehr als ein einzelnes Konzert. Der Golf-Zirkus (Dubai, Doha) hat die meiste Aufmerksamkeit tourender DJs in der Region seit einem Jahrzehnt an sich gezogen. Dass sich ein Schweizer Deep House Duo für ein ägyptisches Strandgelände entscheidet, unterstützt von einem Veranstalter, der sich auf vier Termine und eine bis 2019 zurückreichende Historie einlässt, ist ein anderes Signal: Infrastruktur, kein einmaliges Booking.

Warum zählt das über Ägypten hinaus?

Tourende Deep House und Afro House Acts leiten ihre Routen zunehmend über die nordafrikanische Küste, so wie sie früher nur über Ibiza oder Mykonos liefen, weil ein Strandgelände zusammen mit einem Veranstalter mit Booking-Historie das Risiko für die Agentur des Acts senkt. P+US hat diese Historie mit Adriatique bereits, nachdem man deren «X»-Erfahrung vor diesem North Coast Termin aufgebaut hatte. Wahrscheinlich war genau diese vorherige Beziehung der Grund, warum Adriatique eine neue Open-Air-Reihe eröffnete statt mit einem Veranstalter ohne Referenzen.