Was hat Akai wirklich geändert?
Jahrelang war der Vorwurf an die Standalone-MPC von Akai simpel: Das Hirn kam mit der Software nicht mehr mit. Das neue MPC 3.9 OS stapelte immer mehr Instrumente und Effekte, während die alte Hardware ächzte. Die G2-Generation, am 18. Juni 2026 angekündigt und schon im Handel, ist die Antwort. Sowohl die MPC One G2 als auch die MPC Key 37 G2 wechseln auf eine neue 8-Core-CPU, die Akai als viermal so leistungsstark wie die abgelösten Platinen bewirbt, gepaart mit 4 GB RAM (das Doppelte der alten 2 GB) und 64 GB internem Speicher statt der knappen 16 GB.
Dieser Spielraum zeigt sich, wo es zählt. Standalone, ohne Laptop in der Kette, gibt es bis zu 32 gleichzeitige Plugin-Instrumente und 16 Stereo-Audiospuren, gesteuert über ein 7-Zoll-Multitouch-Display. Auch die Anschlüsse ziehen endlich nach: USB-C ersetzt das alte USB-B, es gibt Dualband-WLAN mit 2,4/5 GHz und Bluetooth 5, und die Geräte kommen mit MPC 3.9 OS, samt linearem Arranger und integrierter Synthese. Das ist die Kiste, die viele Beatmaker vor drei Jahren wollten.
Wo ist der Haken am Pro Pack?
Hier teilt sich der Raum. Die Funktionen, die all das neue Silizium am offensichtlichsten rechtfertigen, jene, die die Muskeln wirklich brauchen, sind nicht in der Kiste. Stem-Separation (Drums, Bass, Vocals aus einem fertigen Track ziehen), Super Warp Time-Stretch und die Clip Matrix für Ableton-artiges Clip-Launching liegen alle hinter einem kostenpflichtigen Pro Pack. Man kauft die starke Hardware gerade wegen ihrer Leistung und stößt dann auf eine Software-Paywall, um die Werkzeuge freizuschalten, für die diese Leistung gedacht war.
Man kauft die aufgerüstete Hardware wegen ihrer Rechenmuskeln, nur um auf eine Paywall zu stoßen, die genau die Werkzeuge freischaltet, die diese Muskeln brauchen.
Darum landete AudioNewsroom bei einem nötigen, aber zynischen Upgrade. Der Hardware-Sprung war wirklich überfällig, aber das Bündel liest sich wie ein bewusster Trichter: den Producer zu einem scharfen Preis auf die neue Plattform holen und die Aushängeschilder hinterher zu Geld machen. Für einen Arbeits-Sampler, der in House-, Techno- und Beat-Studios lebt, ist das kein triviales Ärgernis. Die MPC hat sich immer als vollständiges Instrument verkauft, das man zum Gig mitnimmt und auf dem man einen Track fertigstellt, ohne Upsell.
One G2 oder Key 37 G2, welche soll es sein?
Die Hardware-Aufteilung ist klar. Die MPC One G2 ist der klassische 16-Pad-Block, diesmal in einer blauen Farbgebung, die offen vor MPC1000 und MPC4000 verbeugt, für 799 $ / 729 £ / 849 €. Die MPC Key 37 G2 ergänzt ein 37-Tasten-Keybed mit Aftertouch in Cremeweiß, für 999 $ / 849 £ / 999 €, was sie zur naheliegenden Wahl macht, wenn man wirklich Tasten spielt und nicht nur Finger-Drumming betreibt.
Unter der Haube sind es dieselbe Maschine: gleiche CPU, gleicher RAM, gleicher Speicher, gleiche Spurzahlen im Standalone-Betrieb. Die Wahl ist also rein ergonomisch: nur Pads und günstiger, oder Pads plus ein ausdrucksstarkes Keybed für zweihundert mehr. So oder so: Rechne das Pro Pack obendrauf ein, wenn Stem-Separation und Super Warp überhaupt der Grund waren, warum es dich gereizt hat. Diese Extrazeile auf der Rechnung ist die ganze Debatte im Kleinen.



