Was ist an der G2 wirklich neu?
Zwanzig Jahre lang war die MPC von Akai zuerst ein Sampler und ein Sequenzer, nie ein Synthesizer. Die G2-Generation schreibt das um. Sowohl die MPC One G2 als auch die Tastatur-MPC Key 37 G2 tragen die vierfache Leistung der Maschinen, die sie ersetzen, auf einem 8-Kern-Prozessor mit 4 GB RAM und 64 GB internem Speicher. Dieser Spielraum trägt bis zu 32 Plugin-Instrumente und 16 Stereo-Audiospuren im Standalone-Betrieb, ohne Laptop in der Kette.
Der eigentliche Sprung liegt in der Software. Das MPC-3.9-OS ergänzt eine Synthesizer-Engine mit eigenen Oszillatoren sowie einen überarbeiteten Arrangement-Modus. Mit anderen Worten kann die MPC nun Klang von Grund auf erzeugen, nicht nur ein Sample schneiden oder ein Plugin hosten. Die Key 37 G2 verpackt das in 37 synth-gewichtete Tasten mit Aftertouch, Pitch- und Mod-Wheel und lässt endlich den alten USB-B-Port zugunsten von USB-C mit 24 Kanälen rein und raus fallen.
Warum eine Synth-Engine die Rolle der MPC verändert
Bisher hieß einen eigenen Klang auf einer MPC zu bauen: etwas samplen oder eines von Akais Plugin-Instrumenten laden. Eine eingebaute Oszillator-Engine bedeutet, dass man ein Patch aus dem Nichts auf dem Gerät selbst baut, im Zug, im Hotelzimmer, im Festival-Shuttle, ganz ohne Computer. Für den Standalone-zuerst-Produzenten, der eine MPC genau dafür kaufte, vom Laptop wegzukommen, schließt sich damit die letzte echte Lücke.
Die MPC war die Kiste, auf der man arrangierte. Jetzt ist sie auch die Kiste, auf der man Klang gestaltet.
Und der Haken?
Der Preis des Fortschritts ist Silizium, das man nicht in ein altes Gerät flashen kann. G1-Besitzer stellen schon die naheliegende Frage: Warum ist die Synth-Engine eine neue 799-Dollar-Maschine und kein Firmware-Update für die vor zwei Jahren gekaufte MPC One? Akais Antwort ist der Sprung auf 8 Kerne, der nach Angaben der Marke 32 Plugins und 16 Spuren überhaupt erst möglich macht. Ob das einen Neukauf rechtfertigt, ist die Debatte, die diese Woche durch jedes Produzentenforum läuft. Außer Frage steht das Leistungs-Preis-Verhältnis: Zu diesen Preisen ist das die leistungsfähigste Standalone-MPC, die das Unternehmen je ausgeliefert hat.



