Was hat das ADE eigentlich angekündigt?
Das Amsterdam Dance Event wird dieses Jahr 30, und es eröffnet mit einer ersten Welle von über 250 Künstlern für die Ausgabe 2026, vom 21. bis 25. Oktober. Das ist nur der Auftakt. Bis zum Oktober will das ADE mehr als 3.000 Künstler in über 200 Locations beherbergen, und genau deshalb nennt es sich weiterhin das größte Clubfestival und die größte Konferenz der Welt, nicht bloß eine weitere Oktoberwoche in einer europäischen Hauptstadt.
Der Jubiläumsrahmen ist echt, kein Aufkleber. Der französische Synthesizer-Pionier Jean-Michel Jarre wurde zum Ehrengast ernannt, mit einem Programm rund um die AFAS Live, eine Verbeugung vor der Linie, die das ADE gern zwischen den Studiopionieren der 1970er und der Clubmaschine von heute zieht.
Steht der Underground noch im Zentrum, oder ist das jetzt eine EDM-Woche?
Das ist die Debatte, die dem ADE anhaftet, und die erste Welle beantwortet sie ehrlich: beides zugleich. Ja, Jarre teilt die Ankündigung mit David Guetta, der seine Großproduktion "Monolith" zum AMF bringt, und mit Armin van Buuren. Aber jenseits der Zugpferde ist das Rückgrat der Woche Underground: Avalon Emerson, DJ Nobu, Eris Drew und Octo Octa, Folamour, Jyoty, Skin On Skin, dazu die Techno-Schwergewichte Adam Beyer, Amelie Lens, Joseph Capriati und Freddy K.
Die Programmierung der Locations erzählt dasselbe. Das Gashouder ist mit acht bestätigten Shows zurück, über die Woche angeführt von Armin van Buuren, Mochakk und Sammy Virji, während die Promoter-Übernahmen die Tiefenarbeit leisten: Intercell mit über 65 Künstlern an 13 Events, DGTL mit über 45 an sieben, Into the Woods mit über 25. Skepta kehrt mit einer erweiterten Mas-Tiempo-Show im Warehouse Elementenstraat zurück.
Warum zählt die 30. Ausgabe über das Line-up hinaus?
Das ADE ist nicht nur ein Partykalender. Neben den Nächten steht das ADE Pro, die Branchenkonferenz, auf der Bookings, Deals und die Politik fürs kommende Jahr ausgehandelt werden, der eigentliche Grund, warum Manager, Agenten und Label-Teams einfliegen. Eine 30. Ausgabe ist eine Marke für ein Event, das 1996 als bescheidenes Fachtreffen begann und zur Woche wurde, um die herum das globale Elektronik-Business sein Jahr plant.
Dreißig Jahre später ist der Kniff des ADE derselbe geblieben: Sitzungssaal und Dancefloor fünf Tage lang in dieselbe Stadt setzen und sie streiten lassen.
Für eine Szene, die einen großen Teil des Jahres mit Sorgen über Schließungen und Kosten verbringt, ist eine so tiefe erste Welle eine Erinnerung daran, dass die Nachfrage, und der Nachwuchs, noch da sind.



