Was ändert sich für Abonnenten wirklich?

Apple Music wird überall gleichzeitig teurer. In den USA steigt der Einzeltarif von 10,99 auf 11,99 Dollar, der Familientarif von 16,99 auf 19,99 Dollar, der Studententarif von 5,99 auf 6,99 Dollar. In Großbritannien und Europa fallen die Erhöhungen in der jeweiligen Währung fast identisch aus. Die Änderungen gelten bereits, und laut DJ Mag begründet Apple die Erhöhung mit steigenden Lizenzkosten. Es ist der erste Anstieg seit Oktober 2022, was zeigt, wie selten solche Neuverhandlungen tatsächlich auf der Rechnung der Abonnenten landen.

Wer kassiert das zusätzliche Geld wirklich?

"Lizenzkosten" ist die vornehme Umschreibung dafür, was Apple an Major-Labels, Verlage und Verwertungsgesellschaften zahlt, um deren Kataloge auf der Plattform zu halten. Diese Deals werden alle paar Jahre hinter verschlossenen Türen neu verhandelt, und eine öffentliche Preiserhöhung ist meist nur die sichtbare Spitze einer viel größeren Einigung zwischen Plattform und Majors. Nichts davon steht einem einzelnen Künstler vertraglich zu einem festen Satz zu. Was ein DJ oder Produzent tatsächlich bekommt, hängt weiterhin von seinem eigenen Deal, dem Anteil seines Labels und der monatlichen Aufteilung des anteiligen Streaming-Topfs ab. Ein teureres Abo bedeutet nicht automatisch eine höhere Auszahlung pro Stream für die Person, die den Track gemacht hat.

Was bedeutet das für Künstler, die auf Apple Music angewiesen sind?

Apple hat sich stets als die künstlerfreundlichere Plattform vermarktet und verweist auf einen Satz pro Stream, der eigenen Angaben zufolge deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt. Dieser Ruf erklärt mit, warum so viele House- und Techno-Produzenten ihre Fans zu Apple-Music-Links schicken und warum die kuratierten Mixe und Playlists der Plattform für die Entdeckung wichtig sind. Aber eine mit Lizenzkosten begründete Preiserhöhung ist ein Signal, dass die Majors mehr aus der Plattform herausholen, kein Beleg dafür, dass unabhängige Labels oder tourende DJs einen größeren Anteil sehen werden. Für die Underground-Szene ist die praktische Lesart einfach: Abonnenten zahlen mehr, Majors verhandeln härter, und die Künstler, die die Playlists tatsächlich füllen, warten weiter darauf, ob davon etwas bei ihnen ankommt.

Eine mit "Lizenzkosten" begründete Preiserhöhung ist in Wahrheit eine Neuverhandlung zwischen Apple und den Majors, die sich auf deiner Rechnung abspielt.