Das originale AudioFuse Studio von Arturia kam 2019 als Alleskönner-Desktop-Interface auf den Markt: Mikrofonvorverstärker, Phono-Eingang, ADAT, MIDI, alles dabei. Sechs Jahre später ersetzt die Firma es nicht. Sie baut den wichtigsten Teil neu auf und aktualisiert leise den Teil, den niemand erwartet hatte.

Was hat sich im Inneren wirklich verändert?

Die wichtigste Spezifikation betrifft die Vorverstärker. Arturia gibt an, dass die vier DiscretePRO-Vorverstärker für Mikrofon, Instrument und Line im Rev2 nun einen äquivalenten Rauschabstand von -129dBu, einen Dynamikumfang von 119dB, eine Verstärkung von 78dB und +18dBu Headroom erreichen, deutliche Verbesserungen gegenüber Rauschen und Verzerrung des Originalgeräts. Für alle, die Gesang oder akustische Instrumente aus einem Homestudio aufnehmen, macht dieser Rauschabstand den Unterschied zwischen einer sauberen Aufnahme und einer, die später mit einem Noise Gate gerettet werden muss.

Arturia hat außerdem die interne Clock und die Stromregelung überarbeitet, was laut Hersteller die Word-Clock-Synchronisation verbessert und die USB-C-Verbindung zum Computer stabiler macht: die Art unspektakulärer Korrektur, die nur auffällt, wenn eine Session nicht abstürzt. Je nach Quelle wird das Interface als "8x8" oder als "18 Ein-/20 Ausgänge" bei 24 Bit/192kHz beschrieben, eine Diskrepanz, die schlicht davon abhängt, ob nur die analogen Ein- und Ausgänge oder die Gesamtzahl inklusive ADAT, MIDI und digitalen Rückwegen gezählt wird.

Warum ist Bluetooth bei einem Studio-Interface wichtig?

Beim originalen AudioFuse Studio diente Bluetooth vor allem zum Streamen von Referenztracks. Das neue Modul im Rev2 unterstützt AAC, aptX, aptX HD und aptX Low Latency, was deshalb zählt, weil Low-Latency-Codecs die Verzögerung reduzieren, die kabellose Kopfhörer oder einen Bluetooth-Lautsprecher für mehr als beiläufiges Hören unbrauchbar machte. Das ist ein echter Workflow-Gewinn für alle, die einen Mix vor der Freigabe über ein kabelloses Paar gegenchecken, nicht nur ein weiterer Punkt auf dem Datenblatt.

Ergibt der Preis überhaupt Sinn?

Hier wird es unübersichtlich. Thomann listet das Rev2 in Großbritannien für etwa 865 bis 989 Pfund, Sweetwater bietet es in den USA für 999 Dollar an, und andere Händler nennen Preise zwischen 999 und 1.199 Dollar oder 989 und 999 Euro. Die Spanne ist groß genug, dass Käufer beim Regionenvergleich echte Preisunterschiede sehen, nicht nur Rauschen durch Währungsumrechnung. Arturia hat keinen einheitlichen globalen Listenpreis kommuniziert, daher lohnt sich vor dem Kauf ein Blick zum lokalen Händler, statt einen Referenzpreis anzunehmen.