Was sagt Boddhi Satva eigentlich?
Boddhi Satva hat ein Vierteljahrhundert damit verbracht, jene Verbindung aus afrikanischem Rhythmus und House aufzubauen, die er Ancestral Soul nennt. Wenn er also sagt, das Genre habe sich verändert, spricht er über seinen eigenen Vorgarten. In einem neuen Interview formuliert er es unverblümt: Der Sound ist jetzt überall, und er ist gentrifiziert worden. Das Gift steckt in der zweiten Satzhälfte. Der Stil füllt Säle und führt die Trendberichte an, und doch, sagt er, werden den Underground-DJs, die ihn jahrelang getragen haben, noch immer rund 100 Dollar pro Gig geboten.
Diese Lücke ist die Geschichte. Afro House ist keine Nische mehr, sondern einer der am schnellsten wachsenden Sounds der elektronischen Musik, und die Leute, die seine Sprache erfunden haben, sahen den Wert über ihre Köpfe hinwegschweben.
Geben ihm die Branchendaten recht?
Die Zahlen sind nicht schüchtern. Auf Splice, einer der größten Sample-Plattformen, die Produzenten tatsächlich nutzen, kletterte Afro House vom 10. meistgesuchten Genre 2023 auf Platz 2 im Jahr 2025, ein Anstieg, der beim diesjährigen IMS hervorgehoben wurde. Wenn ein Sound so schnell steigt, ballen sich Geld und Bookings meist oben auf dem Line-up, genau die Zange, die er für die DJs ganz unten beschreibt.
Was steckt auf dem Album?
Die Platte heißt Closure, ein Titel, den er damit verbindet, Kapitel zu schließen, die zu lange offen geblieben sind. Er beschreibt etwa zehn bis zwölf Stücke, gebaut, wie sie ein in der Sample-Kultur großgewordener Produzent baut, Welten, aus Fragmenten und cinematischen Atmosphären zusammengesetzt statt eine reine Club-Einkaufsliste, und er peilt Oktober 2026 an, vielleicht früher. Vor Jahren von Louie Vega von Masters at Work unter Vertrag genommen und begleitet, kehrt er immer wieder zur selben Idee zurück: Halte die Tür. Wenn du durchkommst, sagt er, halte die Tür für andere offen, bewache sie nicht.
Der Sound ist jetzt überall, und er ist gentrifiziert worden.



