Bedeutet der Umstieg auf laptoplos endlich null Kompromisse?
Denon DJs neues Standalone-Flaggschiff, der PRIME 4 G2, ist die direkteste Antwort der Marke auf genau diese Frage, und es ist das erste Standalone-DJ-System, das um 3D-erfassende Performance-Pads herum gebaut ist. Die 16 MPCe-Pads lesen sowohl die Anschlagstärke als auch den Berührungspunkt und teilen jedes Pad in mehrere Zonen auf, sodass ein einzelnes Pad an einer Stelle einen Hot Cue, an einer anderen einen Stem und an einer dritten einen FX- oder Lichteffekt auslösen kann, je nach Druck und Position. Denon nennt das eine Premiere für Standalone-Geräte, und nach Jahren, in denen laptoplose Rigs bei der ausdrucksstarken Pad-Steuerung hinterherhinkten, ist das das erste Hardware-Argument dafür, dass eine computerlose Kabine nicht zwangsläufig eine einfachere sein muss. Erhältlich ist er ab sofort für 2599 $ / 2699,99 € / 2299,99 £.
Was steckt wirklich Neues unter der Haube?
Die Pads sitzen auf einem 8-Kern-ARM-Prozessor mit 4 GB RAM, der laut Denon DJ die vierfache Rechenleistung des originalen PRIME 4 liefert. Diese zusätzliche Power macht den Haupttrick des Geräts erst möglich: integriertes Stems-Rendering, das einen geladenen Track direkt auf der Hardware in Acapella- und Instrumental-Ebenen zerlegt, mit eigenen Tasten sowie Stem FX und Stem Level EQ zum Live-Mischen, alles ohne Laptop, Cloud-Konto oder externen Prozessor. Der G2 behält zudem das Vierkanal-Vierdeck-Format bei, bekommt größere 8-Zoll-Jogwheels mit LED-Ringen, das 10,1-Zoll-Touchscreen bleibt erhalten, mehr als 25 Main FX sowie Touch-, Fader- und Sweep-FX-Bänke kommen dazu, ebenso WLAN-Zugang zu Amazon Music Unlimited, Apple Music, Beatport, SoundCloud Go+ und TIDAL und ein integrierter 3-Pin-DMX-Ausgang, über den dieselbe Box eine Lichtanlage steuern kann.
«Der PRIME 4 G2 vereint leistungsstarke Performance-Werkzeuge, integrierte Stems, Streaming-Zugang und integrierte DMX-Lichtsteuerung» in einem Gerät, sagte Jason Stout, DJ Brands Product Manager bei inMusic, der Muttergesellschaft von Denon DJ.
Wo bricht das Laptoplos-Versprechen tatsächlich?
An zwei Stellen, und beide zählen für einen arbeitenden DJ, der überlegt, das Software-Rig zu Hause zu lassen. Erstens ist das integrierte Stems-Rendering nicht sofort verfügbar: Einen dreiminütigen Track zu trennen, dauert auf der Hardware rund zweieinhalb Minuten, es ist also ein Werkzeug für die Vorbereitung, nicht etwas, das man mitten im Übergang bei einem Wunsch aus dem Ärmel schüttelt. Zweitens erscheint der PRIME 4 G2 ohne OmniSource, die Softwarebrücke, die das Gerät eigentlich auch als Controller für Serato DJ Pro, Algoriddim djay und VirtualDJ nutzbar machen soll; Denon nennt dieses Mapping «in Kürze», was das Gerät vorerst entweder an sein eigenes Engine-DJ-Ökosystem im Standalone-Betrieb bindet oder als Controller für die Software unbrauchbar macht, die die meisten tourenden DJs bereits besitzen.
Warum betrifft das speziell House- und Techno-DJs?
Denons Standalone-Reihe hat sich schon immer an mobile, Hochzeits- und Open-Format-DJs gerichtet, die eine einzige Box und null Laptop brauchen; der PRIME 4 G2 ist die erste Version dieses Versprechens, die gezielt ein performanceorientiertes Club- und Festivalpublikum anspricht, das sein Set live mit Pads aufbaut statt nur Tracks anzucuen. Bei 2599 $ steht er im Vergleich zu einem kompletten CDJ-Paar samt Mixer, nicht zu einem Laptop-Controller, weshalb der eigentliche Vergleich für einen arbeitenden DJ nicht mehr Standalone gegen Laptop lautet, sondern ob Stems und 3D-Pads in einer Box die Flexibilität aufwiegen, Software und Hardware getrennt zu wählen.



