Doepfer ist keine Firma, die Trends nachjagt. Dieter Doepfer baute das A-100-System 1995, und diese Entscheidung ist der Grund, warum das Wort "Eurorack" heute uberhaupt etwas bedeutet: Das 3U-, 84-HP-Format, das er festlegte, wurde zum Standardraster, an dem sich jeder andere Hersteller orientiert. Wenn Doepfer also jetzt endlich seine ersten 1U-Module bringt, fast ein Jahrzehnt nachdem Intellijel und Pulp Logic das schlanke, halbhohe Format zur Standardmethode gemacht haben, um Hilfsfunktionen in ein Gehause zu packen, stellt sich die Frage, warum es so lange gedauert hat.
Was hat Doepfer tatsachlich veroffentlicht?
Sechs Module, am 14. Oktober von Synth Anatomy bestatigt: Der A-130-3 von Doepfer ist ein doppelter linearer/exponentieller VCA mit manueller Gain-Regelung und Spannungssteuerung pro Kanal, fur 100 Euro (105 in Schwarz). Der A-142-5 vereint zwei Hullkurvengeneratoren, die per Schalter auch als A/D-LFOs funktionieren. Der A-138-6 ist ein monophoner Sechs-Kanal-Mixer mit Routing- und Hardpan-Optionen. Der A-142-6 ist eine loopfahige Attack-Decay-Hullkurve mit Trigger-Eingang, der A-155-3 ist ein Acht-Schritt-CV/Gate-Sequencer mit Ratcheting, und der A-190-7 ubernimmt die MIDI-zu-CV/Gate-Wandlung uber einen 3,5mm-MIDI-Eingang. Die Preise liegen je nach Modul zwischen 65 und 220 Euro, die meisten in Standard- oder Schwarzausfuhrung erhaltlich.
Daneben steht das A-100P7, eine uberarbeitete Version von Doepfers bestehendem P6-Flightcase. Statt zwei gestapelter 84-HP-Reihen schiebt das P7 eine eigene 1U-Reihe (im Intellijel-Standard, den die meisten Hersteller ohnehin schon nutzen) zwischen zwei Reihen voller Grosse, damit Anwender endlich Doepfers Hilfsmodule mit ihrem Hauptpatch mischen konnen, ohne eine separate Schiene zu montieren. Es kostet 719 Euro bei 2 bis 3 Wochen Lieferzeit.
Warum hat Doepfer so lange gebraucht?
Der Erfinder des Eurorack selbst ist gerade zur letzten grossen Marke geworden, die etwas in dem Format bringt, das er mitgepragt hat.
Eine offizielle Erklarung fur die Verzogerung gibt es nicht. Die Firma hat drei Jahrzehnte damit verbracht, fast ausschliesslich ihr ursprungliches 3U-Raster weiterzuentwickeln, vom Basis-A-100-System bis zu den Monster-Gehausen und den Low-Cost-Versionen. Das 1U-Format entstand um 2016 als Weg, Clock-Dividers, Attenuatoren und kleine Hilfsmodule unterzubringen, ohne wertvollen 3U-Platz zu verbrauchen, und Intellijels Palette-1U-Serie hat praktisch den Standard geschrieben, dem heute alle folgen. Doepfer liess Pulp Logic, 2hp und Dutzende kleinerer Hersteller die Kategorie fullen. Den Ruckstand jetzt aufzuholen, mit einem Gehause und sechs Modulen auf einmal statt einem einzelnen symbolischen Produkt, legt nahe, dass die Firma es richtig machen wollte oder gar nicht.
Warum das wichtig ist
Der Name Doepfer wiegt immer noch viel bei Anwendern, die mit dem A-100 angefangen haben, also gibt eine komplette 1U-Reihe vom Erfinder des Formats selbst der Kategorie eine Art ruckwirkende Legitimitat, und es bedeutet auch, dass diese Anwender kein Gehause oder Schiene von Drittanbietern mehr brauchen, um 1U-Gerate in einem reinen Doepfer-Setup zu nutzen.
Was wir denken
Es ist ein wirklich solider Release (ein Sechs-Kanal-Mixer und ein Acht-Schritt-Sequencer in 1U sind kein Fullmaterial), aber die eigentliche Geschichte ist das Timing. Doepfer musste 1U nicht validieren. 1U hat sich schon vor Jahren selbst validiert. Das ist ein Grunder, der zugibt, dass der Rest des Raums recht hatte.



