Wie kam fabric fast nicht bis zum 27. Geburtstag?

Im September 2016 hat der Islington Council fabric nicht einfach nur eine Geldstrafe aufgebrummt. Der Council entzog dem Club direkt die Lizenz und schloss damit einen der einflussreichsten Räume von House und Techno für immer, nachdem zwei 18-Jährige im Abstand von sechs Wochen an den Folgen von MDMA gestorben waren, das sie im Club genommen hatten. Die Metropolitan Police bezeichnete die Einlasskontrollen als "unzureichend" und warnte, dass weitere drogenbedingte Todesfälle wahrscheinlich seien, sollte der Club offen bleiben.

Es folgte eine der lautesten Mobilisierungen, die die britische Clubkultur je erlebt hat: eine Petition mit knapp 150.000 Unterschriften, DJs und Veranstalter, die sich öffentlich äußerten, und Wochen voller Verhandlungen mit dem Council und der Polizei, die im November in eine neue Lizenzvereinbarung mündeten. fabric kehrte mit einem Wiedereröffnungswochenende vom 6. bis 8. Januar 2017 zurück, unter Bedingungen, die bis heute gelten: strengere Ausweiskontrollen, verdeckte Überwachung und lebenslange Hausverbote für alle, die beim Dealen oder mit Drogen erwischt werden.

Was steht an diesem Wochenende wirklich an?

Neun Jahre später feiert fabric 27 Jahre im selben Gebäude an der Charterhouse Street mit einem 30-Stunden-Marathon: Einlass ab 23 Uhr am Freitag, 16. Oktober, bis Montag, 19. Oktober 2026. Der FABRICLIVE-Raum setzt auf Bass und Club: Skee Mask, Oneman, Girls Don't Sync, Osmosis Jones und fae. Der fabric-Raum ist der traditionsreiche Slot, angeführt von Craig Richards, seit 18 Jahren Resident des Clubs, zusammen mit Ricardo Villalobos, Anna Wall, Bobby und DJ Masda.

Bei der Wiedereröffnung ging es fabric um strengere Ausweiskontrollen und Drogenüberwachung, nicht um ein weicheres Line-up, und das Line-up zum 27. Geburtstag beweist genau das: Richards und Villalobos sind exakt die Art von Programm, für die der Club fast seine Lizenz verloren hätte.

Warum zählt der Geburtstag eines Clubs für die restliche Szene?

Viele Clubs dieser Größe wären 2017 auf Nummer sicher gegangen: kürzere Nächte, braveres Line-up, weniger von der After-Hours-Kultur, die ihnen überhaupt erst Probleme gemacht hat. Fabric hat Richards nach der Wiedereröffnung jahrelang im Line-up gehalten und bucht bis heute das Villalobos-Niveau an Minimal und Techno, das den Ruf des Clubs überhaupt erst begründet hat. Ein 30-Stunden-Marathon ist eine Aussage: Der Club hat zu seinen eigenen Bedingungen überlebt, nicht als verwässerte Version seiner selbst.