Das Londoner Label fabric Records hat seit 2006 kein Release mehr veröffentlicht, das dem Broken Beat gewidmet war. Das Genre, dieser typisch Londoner Bruk-Sound, blieb außerhalb des Katalogs, während das Label anderswo seine House-, Techno- und Bass-Compilations ausbaute. SELECTS VIII schließt diese Lücke am 28. August, und zwar mit den Leuten, die diesen Sound ursprünglich geprägt haben.
Was steckt wirklich auf SELECTS VIII?
Elf Tracks, zusammengestellt vom fabric-Team als neuestes Kapitel seiner SELECTS-Reihe. Anker ist 'Carnival (AfroForce Vox Dub)' von Mark Force featuring Afronaut, ein Wiedersehen ehemaliger Bugz-in-the-Attic-Mitglieder, das bereits am 11. August digital erschien, um den Boden zu bereiten. Der Rest der Tracklist verbindet unveröffentlichtes Material von Maddslinky aus der CoOp-Ära mit neueren Arbeiten von Ben Hauke, D'Monk und Last Nubian, dazu Beiträge von Donsurf, Streeton, Bruk Rogers, XL Regular und Bakura. Die Compilation deckt sowohl die gründende CoOp/Bugz-in-the-Attic-Achse als auch die Produzenten ab, die das Genre heute am Leben halten.
https://fabriclive.bandcamp.com/album/fabriclive-selects-viii
Die Rezension von DJ Mag zu dieser Compilation bringt es auf den Punkt:
The ten tracks share a fondness for syncopated rhythms, complex percussion and the harmonic language of '70s jazz, funk and fusion, but rarely settle into one formula.
Warum ist die Vinyl-Knappheit wichtig?
fabric hat nur 100 White-Label-Vinylsampler auf 12 Zoll gepresst, verkauft ausschließlich am Erscheinungstag. Eine Neuauflage wurde nicht angekündigt. Für ein Genre, dessen gesamte Identität auf Dubplates, White Labels und kleinen Auflagen beruht, die Anfang der 2000er in einem engen Kreis im Westen Londons zirkulierten, ist diese Knappheit kein Marketing-Trick, sondern genau das Format, in dem Bruk immer gelebt hat. Das digitale Release macht die Tracklist für alle zugänglich, die Vinylauflage richtet sich gezielt an die DJs und Sammler, die diesen Sound seit 2006 am Leben gehalten haben.
Warum hat fabric zwanzig Jahre gewartet, um zum Broken Beat zurückzukehren?
Broken Beat wurde nie zum Mainstream, ist aber auch nie ganz verschwunden. Es blieb ein Arbeitsinstrument für eine ganz bestimmte Linie Londoner DJs und Produzenten, jene, die von IG Culture, Dego und dem CoOp-Kollektiv geprägt wurden, lange nach fabrics letztem dem Genre gewidmeten Release, Bugz in the Attics FABRICLIVE.12. SELECTS VIII liest sich eher wie eine späte Anerkennung dieses Erbes als wie eine Entdeckung.



