Was geschah am 28. und 29. Juli in Casa Paola?

Die Ortspolizei von Sant Josep löste dieselbe illegale After-Party in Casa Paola auf, einer Luxusvilla in Es Cubells, die für rund 7.000 Euro pro Nacht vermietet wird, nicht nur einmal, sondern zweimal binnen 24 Stunden. Das lokale Medium La Voz de Ibiza berichtete von über 600 Personen im Innern, als die Polizei am 28. Juli einschritt, überwacht von einer Drohne über dem Grundstück; Periódico de Ibiza spricht eher von 250 bis 300 Gästen und nennt den auflegenden DJ, Franky Ricardo, der für ein Set von 9:30 bis 12 Uhr 25.000 Euro Gage kassierte. Die Gäste verließen das Grundstück in Partykleidung, Drink noch in der Hand, manche wurden mit Shuttle-Vans abtransportiert; vier Personen sollen sich geweigert haben zu gehen, während die Presse vor Ort war. Am nächsten Tag kehrte die Polizei zurück und löste dieselbe Party erneut auf.

Der Veranstalter, ein israelischer Staatsbürger, der nicht öffentlich genannt wurde, machte aus seinem Ärger keinen Hehl.

"Nos gastamos muchísimo dinero en esta 'fucking island' y ¿así nos lo agradecen?" ("Wir haben so viel Geld auf dieser 'fucking island' ausgegeben, und so dankt man es uns?")

Warum feiert Casa Paola trotz Abrissbescheid weiter?

Die Villenbesitzerin Paquita Sánchez Marsán wehrt sich gegen eine Teilabrissverfügung, die rund 500 Quadratmeter illegaler Bausubstanz betrifft und bei ihrem Erlass im April 2024 auf 231.948 Euro beziffert wurde. Sie hat die Abrisstrupps physisch am Betreten des Grundstücks gehindert, der Fall steckt inzwischen vor dem Verwaltungsgericht fest. Es ist nicht ihr erster Zusammenstoß mit den Behörden: Casa Paola wurde bereits 2021 mit 20.000 Euro wegen illegaler Vermarktung und mit 10.000 Euro wegen nicht genehmigter Beherbergungsdienste belegt. Ihre frühere Villa, Casa Lola, hatte weniger Glück, sie wurde 2022 nach einem vergleichbaren Fall vollständig abgerissen.

Funktioniert Ibizas Vorgehen gegen Villa-Partys wirklich?

Zwei Räumungen an einem Tag, eine Drohne über dem Anwesen, bereits verhängte sechsstellige Bußgelder und ein anhängiger Abrissbescheid bremsen das Geld kaum. Ein Veranstalter zahlte trotzdem 25.000 Euro für ein Vormittags-Set in einer Villa für 7.000 Euro die Nacht, und die lauteste Beschwerde danach war, dass die Party zu teuer war, nicht dass sie illegal war. Solange ein Abrissbescheid nicht wirklich vollstreckt wird, statt in der Einfahrt blockiert zu werden, hat die illegale Villa-Ökonomie kaum einen Grund aufzuhören.