Warum nur ein einziger Termin, statt einer Jubiläumstournee?
Seit fast zwanzig Jahren macht Joseph Capriati das, was die meisten gefragten Tech-House-DJs tun: Woche für Woche Termine, Clubs und Kontinente aneinanderreihen. Als es nun darum ging, zwanzig Jahre seit seinem Start unter eigenem Namen zu markieren, hat der Italiener keine Reihe von Jubiläumsterminen zwischen Ibiza, Berlin und Miami gebucht. Er hat eine einzige Show reserviert, zu Hause, und sie als seinen einzigen weltweiten Auftritt zu diesem Anlass angekündigt. Auf dem Papier klingt das nach einer zurückhaltenden Geste für einen der verlässlichsten Namen im Tech House. In der Praxis ist es das Gegenteil der üblichen Reaktion: Statt zwanzig Karrierejahre in eine Welttournee zu verwandeln, die einen ganzen Kalender füllt, bündelt Capriati das gesamte Jubiläum in eine einzige Session, vom Nachmittag bis Mitternacht, am 27. September 2026, in der Ex Base Nato in Neapel.
Warum zurück nach Neapel, und warum eine ehemalige NATO-Basis?
Capriati ist nicht in Neapel selbst aufgewachsen. Er stammt aus Caserta, einer Stadt rund 40 Kilometer nördlich, und hat sich als lokaler DJ unter dem Pseudonym "Prince J" die ersten Sporen verdient, bevor er 2006 zu seinem eigenen Namen wechselte, dem Jahr, das offiziell den Startpunkt dieser "20 Jahre" markiert. In Neapel fand er seinen Platz als Resident, und dort haben ihn die Mentoren Rino Cerrone und Markantonio in die italienische und später internationale Techno-Szene eingeführt. Das Jubiläum in der Ex Base Nato zu veranstalten, einem ehemaligen NATO-Militärgelände, das für Großveranstaltungen umgebaut wurde, hält die Show an diesem Heimatboden verankert, statt den Termin in einen touristisch geprägten Markt zu exportieren.
Wer spielt noch, und was sagt das Lineup aus?
Das Lineup setzt auf Kontrast statt auf ein rein technolastiges Programm. Die Chicago-House-Ikone Honey Dijon teilt sich die Bühne mit Chris Stassy, Josh Baker und Quest, was den Tag von einer reinen Tech-House-Welttournee wegrückt und näher an das House-Erbe bringt, auf dem Capriatis Sound immer aufgebaut hat. Für einen einzelnen Termin statt einer kompletten Tournee ist diese Kombination bedeutsam: Sie zeigt, dass die Show als Szene-Event gedacht ist, nicht als Headliner-plus-Support-Paket, das Tickets allein über Capriatis Namen verkaufen soll.



