Die Synths und Plugins, die in der Hälfte aller House- und Techno-Sessions des Planeten auftauchen, haben gerade wieder den Besitzer gewechselt. Am 1. Juli 2026 verließ iZotope, die Firma hinter RX, Ozone und Neutron, Native Instruments und schloss sich Boris FX an. In denselben Tagen machte inMusic die vollständige Übernahme von Native Instruments perfekt. Wer mit Kontakt, Traktor, Maschine oder Massive Musik macht, dem gehört das Haus, dem er stillschweigend vertraute, nicht mehr so wie gedacht.
Wie landet ein geliebter Hersteller in Einzelteilen?
Zurück zum Ende Januar 2026: Native Instruments geht in ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Der damalige Eigentümer, der Fonds Francisco Partners, hatte die Firma mit iZotope, Plugin Alliance und Brainworx zu einer Gruppe namens Soundwide zusammengeschraubt. Die berichteten Zahlen sagen alles: eine Schuldenlast von rund 250 Millionen Pfund auf einem Jahresumsatz von etwa 25 Millionen. Das ist kein schlechtes Quartal. Das ist eine Konstruktion, gebaut, um Schulden zu tragen, die sie realistisch nie bedienen konnte.
Ein Hersteller der Werkzeuge, die wir alle nutzen, wäre unter der Schuldenlast eines Fonds fast gestorben und wurde dann zerlegt. Das ist die Geschichte, nicht die Pressemitteilung über eine frische Roadmap.
Wem gehört nach der Aufspaltung was?
Im Mai 2026 verkauft Francisco Partners die Marke Native Instruments an inMusic. Als sich der Staub legt, bleiben Brainworx und Plugin Alliance bei inMusic unter Native Instruments, während iZotope zu Boris FX ausgegliedert wird, einem Haus für Software für visuelle Effekte und Audio. Boris-FX-CEO Boris Yamnitsky rückte den Kauf um die Technik herum ins Bild: „iZotope is known for its smart and practical use of AI... we're positioned to move faster, innovate further." Todd Baker von iZotope wollte die Produzenten beruhigen: „There are no interruptions to plugin development... this move provides the resources and focus needed to supercharge our roadmap." Lizenzen und Abos bleiben voll aktiv, mit ununterbrochenem Support.
Warum ist es wichtig, dass ein Eigentümer Traktor und Denon DJ hält?
Hier ist der Teil, mit dem die Szene sitzen sollte. inMusic besaß bereits Akai, Alesis, Denon DJ und Rane. Nimm Native Instruments dazu, und die Firma kontrolliert nun Traktor plus Denon DJ, Rane und Engine DJ: ein riesiger Teil der DJ-Software und -Hardware unter einem Dach. Eine solche Konzentration entscheidet, was gebaut, was fallen gelassen wird und wie ein Booth in fünf Jahren aussieht. Die Werkzeuge sind heute in Ordnung. Die Frage ist, wer sie morgen steuert.



