Nomsa Mazwai, die unter dem Künstlernamen Nomisupasta auftritt und die Schwester von Thandiswa Mazwai und Ntsiki Mazwai ist, sagt, sie stehe kurz davor, das Dach über dem Kopf ihrer Kinder zu verlieren, und macht dafür einen der größten Namen der weltweiten House-Szene verantwortlich.
Was sagt Mazwai über die Entstehung von 'Traveller'?
Ihrer Darstellung nach sprach Black Coffee sie 2011 für eine Zusammenarbeit an, nachdem er sie im Madiba's, einem Club im Johannesburger Viertel Brooklyn, hatte auftreten sehen. Daraus entstand 'Traveller', ein Track, der Black Coffee, Black Motion und Mazwai zugeschrieben wird und sich im Laufe der Jahre zu einem Afro-House-Klassiker entwickelt hat.
Ihre Schilderung der Session ist unmissverständlich. „Ich habe das Studio organisiert. ICH! Ich habe den gesamten Text von Traveller geschrieben und gesungen", sagte sie. Sie sieht ihre Rolle weit über die einer Gastsängerin hinaus: Sie stellt sich als Autorin und Stimme des Tracks dar, nicht als kurzfristig engagierte Mitwirkende.
Was wirft sie Black Coffee vor dem High Court von Gauteng konkret vor?
Mazwai zufolge hat 'Traveller' im Laufe der Jahre mehr als 2 Millionen Rand an Tantiemen eingebracht, von denen sie persönlich weniger als 30.000 erhalten habe. Sie hat den Fall vor den High Court von Gauteng in Johannesburg gebracht und Black Coffee direkt verklagt.
Ihre Schilderung der Zahlungskette ist aufschlussreich: Sie sagt, SAMPRA, die südafrikanische Verwertungsgesellschaft für Aufführungsrechte, habe ihr durchaus einen Interpretenanteil gezahlt und getrennt davon sowohl Black Motion als auch Black Coffee bezahlt. Ihr Vorwurf ist präziser als ein bloßes „ich wurde nie bezahlt": Sie sagt, Black Coffee habe ihr nie direkt den Anteil als Autorin und Produzentin überwiesen, der ihr ihrer Ansicht nach zusteht.
„Ich wollte keine Gage, ich wollte Tantiemen."
Diese Unterscheidung, zwischen einer einmaligen Sessionsgage und einem laufenden Tantiemenstrom, der an die Urheberschaft gekoppelt ist, ist genau die Art von Konflikt, die im afrikanischen Musikverlagswesen immer wieder auftritt, wo Rechteaufteilungen und direkte Zahlungsvereinbarungen zwischen Mitwirkenden oft informell bleiben, weit entfernt von der Verbindlichkeit klassischer Sync- und Aufführungsrechte-Systeme.
Warum ist der 1. September ein so entscheidendes Datum?
Mazwai hat unmissverständlich klargemacht, was das für sie persönlich bedeutet. „Ich habe mehr als 2 Millionen Rand an Tantiemen nicht erhalten. Am 1. September dieses Jahres verliere ich mein Zuhause", sagte sie. Sie sagte auch: „Ich brauche ein Zuhause, um meine Kinder als alleinerziehende Mutter großzuziehen. Ich bin eine ehrliche Arbeiterin, und alles, was ich will, ist ehrlicher Lohn."
Dieses Datum ist die von ihr selbst festgelegte finanzielle Frist, kein bestätigter Verhandlungstermin vor dem High Court von Gauteng; ein öffentlicher Verhandlungstermin wurde bislang nicht bekannt gegeben. Doch es macht auf drastische Weise deutlich, was ein Tantiemenstreit für eine Künstlerin ohne die juristische Maschinerie eines Labels im Rücken bedeutet, gegenüber einem Kollaborateur, der auf den größten Bühnen der Welt auflegt.
Mazwai nutzte den Moment zudem, um das Preissystem der Branche anzugreifen. Sie hat einen South African Music Award in der Kategorie Best African Alternative gewonnen, sagt aber dennoch: „Die SAMAs sind nur teure PR, und das ist eine echte Schande!"
Hat sich Black Coffee geäußert?
Black Coffee hat sich zu Mazwais Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert. Für ihn war 2026 ohnehin ein ungewöhnlich von Gerichtsverfahren geprägtes Jahr: Ende August 2026 gewann er laut Exron Music einen separaten Rechtsstreit gegen Maserati Südafrika. Dieser Fall steht in keinem Zusammenhang mit Mazwais Vorwürfen, zeigt aber, wie sehr sich sein 2026 eher vor Gericht als in Clubs abgespielt hat.



