Warum hat Ogazón nicht zuerst ihre eigene Musik veröffentlicht?

Als Ogazón ihren Stapel Dubplates endlich in ein richtiges Label verwandelte, ging sie nicht den naheliegenden Weg. Das Label trägt ihren Namen, aber die Katalognummer OGZ001 gehört jemand anderem: dem südafrikanischen Produzenten Deano. Seit Jahren schneidet die Berliner DJ Acetate mit Tracks, die ihr Freunde schicken, Stücke, die bisher nur in ihren Sets existierten, in Clubs wie dem Panorama Bar, dem Bassiani, auf dem Dekmantel oder in Houghton. Ein Label mit der Platte eines anderen zu starten, ist schon eine Haltung: Es ist kein Schaufenster für die eigenen Produktionen, sondern ein Vinyl-Zuhause für Musik, der sie schon lange vertraut.

„Seit Jahren schneide ich Dubplates mit unveröffentlichter Musik“, erzählte Ogazón der Groove und erklärte damit, was sie schließlich zu diesem Schritt bewegt hat.

Was steckt wirklich auf „Reasons“?

Deanos Vier-Track-EP, ab dem 20. November als 12-Zoll-Vinyl bei Clone erhältlich, bewegt sich auf demselben Terrain wie Ogazóns eigene Sets. Sie eröffnet mit einem Techno-Track für die späten Stunden, geht über ins weiträumige „Black Pearl“, wechselt zur Lead-Single „Radix“, einem jackigen, pianogetriebenen Groove, und endet mit den Akkorden von „Matter To Me“. Deano hat zuvor beim Berliner Label Hayes veröffentlicht; „Reasons“ ist sein erster Release auf einem Label, das gezielt Namen wie seinen fördern soll.

Wem gehört die erste Platte eines neuen Labels?

Genau darum geht es bei Ogazón: House und Techno, „vom Dancefloor für den Dancefloor“ gemacht, mit den ersten Plätzen für Produzent:innen ohne Label-Zuhause, nicht für den eigenen Katalog der DJ.