In den USA sind Clubs, die von Grund auf für elektronische Musik gebaut werden, selten. Die meisten Clubs sind Umbauten: eine Lagerhalle, eine Bar, ein Black-Box-Theater, dem nachträglich eine Anlage und ein Lichtträger verpasst wurden, weil die Immobilienrechnung selten für einen Raum spricht, der zuerst um den Klang herum gebaut wird. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf ORIGIN. Der Club eröffnet am 31. August in der 613 Imperial Street im Arts District von Downtown Los Angeles, und anders als bei den meisten US-Clubneueröffnungen ist hier das Soundsystem die eigentliche Nachricht, nicht ein Randdetail.
Warum wird ein Soundsystem zur Schlagzeile?
ORIGIN läuft mit einem maßgeschneiderten analogen KV2-Audio-System, das speziell auf den Raum abgestimmt ist, damit der Mix von der Tanzfläche bis zur Empore konsistent bleibt, dazu ein zweites, separat eingemessenes System für den Außenbereich. Das ist ein grundlegend anderer Ausgangspunkt, als Lautsprecher nachträglich in einen bestehenden Raum zu schrauben. Das Interieur stammt von Marc Dizon, dem Designer hinter dem Brooklyn Mirage, dem Output in New York, dem Sound in Los Angeles und dem Hakkasan in Las Vegas, Clubs, die als Referenz gelten, gerade weil dort Klang und Raumaufteilung gemeinsam gedacht wurden, statt um Rohrleitungen und tragende Wände herum verhandelt zu werden.
Wer steckt eigentlich dahinter?
ORIGIN ist der erste feste Standort von Roni Mehrabian und Cyril Bitar, die seit mehr als 20 Jahren mit SBCLTR und Minimal Effort das Underground-Nachtleben von LA prägen. Der Schritt vom Veranstalter zum Clubbetreiber ist einer, den die meisten Partycrews der Stadt nie wagen, weil Mietvertrag, Genehmigungen und Lärmbeschwerden ein ganz anderer Kampf sind als ein Line-up zu buchen. Dass sie ihn jetzt gehen, und ausgerechnet im Arts District, sagt einiges darüber, wo der lokale Underground seine Zukunft verortet.
Was passiert, wenn die Türen öffnen?
Das Programm teilt die Woche bewusst auf. Freitags mischen sich große Namen mit unabhängigen Bookings; samstags wechseln tagsüber Open-Air-Sessions mit nächtlichen House- und Techno-Sets, dazu plant der Club vierteljährliche Partys, die Innenraum und Außenbereich gleichzeitig bespielen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels steht auf der eigenen Website von ORIGIN noch «coming soon», Ticketverkauf und erste Line-up-Ankündigungen werden näher am Eröffnungstermin erwartet.
Ein Raum, der zuerst um sein Soundsystem herum gebaut statt nachträglich damit ausgestattet wird, bleibt im amerikanischen Clubbing die Ausnahme, nicht die Regel.



