Die Tech-House-Nächte an der toskanischen Küste sind gerade deutlich kürzer geworden, und alles begann mit zwei Schlägereien, die es laut den Club-Betreibern gar nicht dort gegeben hat, wo die Polizei sie verortet.
Was genau hat die Polizei in Pisa angeordnet?
Pisas Questore, der Polizeichef der Stadt, setzte die Betriebslizenz des Monkey Beach Club für 15 Tage aus, unter Berufung auf Artikel 100 des Testo Unico delle leggi di pubblica sicurezza, des italienischen Sicherheitsgesetzes von 1931, das einem Questore erlaubt, einen Club per Verwaltungsanordnung zu schließen, ohne den Weg über ein Gericht. Die Anordnung nennt zwei Übergriffe im Abstand von etwa einem Monat, die laut Polizei direkt mit der Kundschaft des Clubs verbunden sind, einer davon mit Beteiligung des clubeigenen Sicherheitspersonals. Der Monkey Beach Club liegt im Strandkomplex Cosmopolitan in Tirrenia, zwischen der Via dei Pioppi und der Via delle Abetelle, und hatte einen Sommer mit Tech-House-Schwerpunkt hinter sich, mit Terminen von Federico Scavo und Ander.
Die Sperre kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im Juli hatte dieselbe Questura zwei benachbarte Clubs mit nahezu identischen Anordnungen belegt: La Siesta Beach in Calambrone erhielt eine 30-tägige Sperre wegen dessen, was die Anordnung städtischen Verfall rund um den Club nannte, und Pappafico in Marina di Pisa wurde wegen nicht genehmigter Veranstaltungen gesperrt. Drei Clubs am selben Küstenabschnitt, drei Sperren, sechs Wochen.
Was sagen die Club-Betreiber dazu?
Die Betreiber des Monkey Beach Club schwiegen nicht. Sie veröffentlichten einen offenen Brief, der alle fünf Punkte der Questura bestreitet: Die genannten Vorfälle hätten sich 500 Meter bis einen Kilometer vom Club entfernt ereignet, Stunden nach der nächtlichen Schließung, oder außerhalb der Reichweite der eigenen Sicherheitskameras. „Pisa è una città per vecchi“, schrieben sie, Pisa sei eine Stadt für alte Leute. Der Club habe im Sommer mehr als zehn Kontrollen von Polizei, Feuerwehr und Gesundheitsbehörde ohne festgestellte Verstöße durchlaufen, und ihr größtes Bedauern gelte den 50 Mitarbeitern, die während der Schließung zwei Wochen Lohn verloren hätten.
„Pisa è una città per vecchi.“
Der Brief bestreitet nicht, dass die Übergriffe stattgefunden haben. Er bestreitet, dass sie dem Club angelastet werden dürfen, eine Unterscheidung, die sowohl rechtlich zählt als auch für jeden Betreiber, der beobachtet, wie weit die sicherheitspolizeilichen Befugnisse eines Questore tatsächlich reichen, weit über die Wände und Öffnungszeiten eines Clubs hinaus.
Was ändert sich nach der Wiedereröffnung?
Der Monkey Beach Club eröffnete am Wochenende des 4. und 5. September wieder, seine erste Veranstaltung seit der Schließung. Allerdings zu neuen Bedingungen: Am selben Tag, an dem die Betreiber ihren Brief veröffentlichten, erließ die Stadtverwaltung von Pisa eine separate Verordnung, die das Nachtleben in Tirrenia bis zum 30. September einschränkt, mit Musik bis 1 Uhr an Wochentagen und 2 Uhr am Wochenende, Alkoholausschank endet um 1:30 Uhr. Für den Monkey Beach Club bedeutet das Schluss um 2 statt um 4 Uhr, ein Drittel des gewohnten Betriebsfensters weg, unabhängig davon, wie der Lizenzstreit ausgeht. „Finalmente possiamo dirvelo: ripartiamo“, posteten die Betreiber zur Wiedereröffnung, endlich können wir es euch sagen, wir legen wieder los. Die Geschäftsführung erklärt, sie werde die Einschränkung der Öffnungszeiten weiterhin auf dem Rechtsweg anfechten und bittet die Gäste zugleich um verantwortungsvolles Verhalten auf der Tanzfläche.
Für alle, die an der italienischen Küste eine Location buchen oder betreiben, ist genau diese Abfolge relevant: eine Polizeianordnung ohne Verurteilung als Voraussetzung, eine öffentliche Erwiderung, die in der Sache nichts einräumt, und eine Sperrstunde, die unabhängig davon greift, wer bei den Schlägereien recht hat.



