Was ändert sich zwischen Sennheiser und dem fabric wirklich?
Sennheiser und das fabric London sind seit 2025 Markenpartner, als eine restlos ausverkaufte Show-Reihe in The View from The Shard den Namen der deutschen Audiomarke erstmals neben einen der legendärsten Clubs Londons stellte. Am 16. Juli 2026 kündigten beide Seiten an, daraus etwas Größeres zu machen: ein gemeinsames Programm aus Live-Events, Aktionen für Fans und Inhalten, die als Audio-Storytelling bezeichnet werden, nicht nur Technik auf dem Rider.
Der erste Termin unter der neuen Vereinbarung fällt auf den 21. August 2026, wieder in The View from The Shard, mit Sven Väth, der eine fünfteilige Reihe 2026 mit einem Sonnenuntergangsset hoch über der Stadt eröffnet. Sennheisers Profi-Reihe, HD-25-Kopfhörer und digitale EW-DX-Funkmikrofonsysteme, kommt bei den Shows zum Einsatz, während Fans an einem Gewinnspiel um eine fabric-Edition des MOMENTUM 5 Wireless, dem Consumer-Flaggschiff der Marke, teilnehmen können.
Warum steht der Name eines Kopfhörerherstellers über einem Sonnenuntergang auf The Shard?
"Die Zusammenarbeit mit fabric spiegelt wider, wie wir Markenpartnerschaften bei Sennheiser angehen: Kultur, Technologie und Community zu verbinden, um authentische Erlebnisse rund um Klang zu schaffen", sagte Andreas Andersson, Regional Marketing Manager bei Sonova Consumer Audio UK, in der Mitteilung. Sein Titel lohnt einen zweiten Blick: Sennheiser hat sein Geschäft 2021 aufgeteilt, die Consumer-Kopfhörersparte an den Schweizer Hörgesundheitskonzern Sonova verkauft, während die Profi-Audio-Seite unabhängig in Familienbesitz blieb. Das Zitat hinter diesem Club-Deal stammt also vom Marketingarm eines Hörgeräte-Konzerns, nicht von der Studiomikrofon-Seite des Unternehmens.
fabric-Programmleiter Jacob Hansen ordnet es aus Sicht des Clubs ein: "Es geht darum, Sennheisers Expertise in Profi-Audio und im persönlichen Hörerlebnis zusammenzubringen, um Erlebnisse zu schaffen, in denen außergewöhnlicher Klang Teil der Erzählung wird." Die Inhalte stützen sich auf das hauseigene Kreativnetzwerk des fabric, die Orii Community, um zu dokumentieren, wie die Technik tatsächlich live funktioniert, Material, das beide Marken über ihre eigenen Kanäle streuen können.
"Kultur, Technologie und Community verbinden, um authentische Erlebnisse rund um Klang zu schaffen." - Andreas Andersson, Sonova Consumer Audio UK
Passt das in ein größeres Muster der Clubkultur?
Durchaus. Technikmarken sponsern Clubs und DJ-Pulte seit Jahrzehnten, aber der eigentliche Wandel hier, weg von der reinen Technikbereitstellung hin zur Mitproduktion des Programms selbst und der Inhalte drumherum, ist der interessantere Schritt. Eine Marke, die in Booking und Erzählung eingebunden ist, bekommt etwas, das ein Logo nie geliefert hat: einen Anteil an der Glaubwürdigkeit des Raums selbst. Das fabric bekommt Produktionsbudget und eine fünfteilige Reihe an einem der begehrtesten Eventorte Londons; Sennheiser kauft sich einen Platz in einem Underground-Kulturkapital ein, das keine Werbekampagne allein erwerben kann. Hier verliert keine Seite, aber es lohnt sich zu beobachten, wer am Ende die Erzählung eines Raums wie fabric prägt, wenn der Scheck mit Bedingungen kommt.



