Südafrikanische DJs sammeln seit Jahren still und leise Referenzen auf den Bühnen von Tomorrowland. Was Shimza am 24. Juli auf der Crystal Garden Stage ablieferte, war alles andere als still.
Dreizehn Tracks, durchgehend Afro House und Afro-Tech, gespielt vor einer Menge, die Tomorrowland für dieses Weekend 2 auf rund 200.000 Menschen pro Tag schätzt, laut Briefly.co.za. Die von 1001Tracklists erfasste Tracklist zeigt einen Remix rund um einen «CHANEL»-Edit von Tyla, eine Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Produzenten Darque, und unveröffentlichtes Material, das direkt ins Set eingebaut wurde, statt für eine spätere Veröffentlichung aufgehoben zu werden. Für ein Afro-House-Set auf einer der Hauptbühnen des Festivals ist das ein Statement zum Stellenwert des Genres im Tomorrowland-Programm, kein Nebenschauplatz-Booking.
Warum die Flagge, und warum jetzt?
Shimza spielte das gesamte Set mit der südafrikanischen Flagge um die Schultern, ein Bild, das sich auf südafrikanischen sozialen Netzwerken stärker verbreitete als jede Track-ID. Geboren in Tembisa, mit 1,8 Millionen Followern im Rücken, gehört er zu den wenigen südafrikanischen DJs, die neben Black Coffee und Culoe De Song eine echte internationale Karriere auf Hauptbühnen aus der südafrikanischen House-Szene heraus aufgebaut haben. Die Reaktionen auf südafrikanischen Timelines fielen deutlich stolzer als kritisch aus: Fans lasen die Flagge als Anspruch auf die Hauptbühne, nicht als Kostüm.
Was sagt dieser Moment über die Stellung von Afro House bei Tomorrowland?
Ein einzelnes Set schreibt die Buchungslogik eines Festivals nicht neu. Aber dass ein südafrikanischer Produzent einen Slot auf einer Hauptbühne bekommt, ihn mit eigenen und unveröffentlichten Produktionen füllt statt mit einem risikofreien Hits-Set, und damit zuhause massive Aufmerksamkeit erzeugt, ist genau die Art von Booking, die andere Veranstalter dazu bringt, das Genre in der nächsten Saison ernster zu nehmen. Die Bühnenbelegung von Tomorrowland funktioniert als Signal für den Rest der Festivalszene; dass Afro House einen solchen Platz bekommt, zählt über die 45 Minuten Spielzeit hinaus.
Das Set band einen Tyla-Remix und unveröffentlichte Produktionen in ein vollwertiges Afro-House-Set ein, nicht in einen Aufwärm-Slot.
Wie geht es für Shimza weiter?
Laut Briefly.co.za steht bereits ein Termin bei Hï Ibiza im Kalender, eine Fortsetzung einer Reihe von Bühnen, die ihn in denselben internationalen Kreis wie die südafrikanischen DJs vor ihm stellt.



