Was zeigt die Recherche von Het Parool wirklich?
Laut Het Parool, zitiert von De Orkaan am 17. Oktober 2026, werfen zwölf der dreiundzwanzig für die Recherche befragten Frauen Omid Kahali, Mitgründer des Amsterdamer Veranstaltungsunternehmens SONA Worldwide, sexuell übergriffiges Verhalten zwischen 2022 und Juli 2026 vor. Die Schilderungen reichen von unerwünschten Berührungen und sexueller Einschüchterung bis zum Verdacht auf K.-o.-Tropfen, mehrere Vorfälle sollen sich im Umfeld von SONAs eigenen Veranstaltungen ereignet haben, darunter No Art und Wavy.
Kahali bestreitet alles. In einer von De Orkaan zitierten Erklärung sagt er, es gebe keine faktische Grundlage für die schweren strafrechtlichen Anschuldigungen gegen ihn. Noch vor der Veröffentlichung versuchte er, sie juristisch zu verhindern: Er beantragte eine gerichtliche Verfügung gegen Het Parool, die ein Richter am Freitag vor Erscheinen des Artikels ablehnte.
Warum trennt sich SONA jetzt endgültig von ihm?
SONA hatte sich schon Monate zuvor von Kahali distanziert. Er zog sich im August vorübergehend und im gegenseitigen Einvernehmen zurück, nachdem das Unternehmen eine unabhängige Integritätsprüfung angekündigt hatte, wie Clubbing TV damals berichtete. Diese Prüfung führte nie zu öffentlichen Ergebnissen.
Was sich am 14. Oktober 2026 ändert, ist die Endgültigkeit. SONA erklärt, sich dauerhaft von Kahali zu trennen, und entzieht ihm sowohl den Direktorposten als auch seine Beteiligung am Unternehmen.
"Kahali versteht, dass es kein Zurück mehr gibt."
SONA Worldwide wird nun von den beiden verbliebenen Mitgründern Bora Güney und Ruud Boymans geführt, die das Unternehmen 2024 zusammen mit Kahali rund um No Art aufgebaut hatten, die selbstfinanzierte Festivalmarke, die SONA bekannt machte, ohne je auf einen Sponsor angewiesen zu sein.
Was bedeutet das für die ADE-Woche und die Branche?
Der Zeitpunkt fällt in genau die Stadt, in der die Reporter von Het Parool monatelang Zeugenaussagen gesammelt haben. SONAs Veranstaltungen unter dem Label SONA Presents stehen weiterhin bis zum 25. Oktober im offiziellen Programm des Amsterdam Dance Event. Ein Jahr zuvor hatte die Redaktion der ADE No Art selbst als Vorbild für unabhängiges, sponsorfreies Festivalmachen präsentiert, in einem Porträt der drei Gründer, Kahali eingeschlossen, das noch immer auf der Website der ADE online steht.
SONAs eigene Erklärung betont, Sicherheit und ein positives Besuchererlebnis stünden bei allen Veranstaltungen an erster Stelle. Ob dieses Versprechen mit einer Führung aus zwei statt drei Personen hält, wird sich zeigen, während eine ganze Branche diese Woche genau in dieser Stadt zuschaut.



