Jeder Producer, der House, Techno oder Bass Music macht, hatte schon mal Xfer Serum in einem Projekt offen. Dessen Schöpfer Steve Duda hat dem Internet jetzt etwas Merkwürdigeres geschenkt, und für einmal komplett kostenlos: eine Plugin-Version von Pink Trombone, dem Browser-Spielzeug, mit dem man eine Zunge über einen Querschnitt der menschlichen Kehle zieht und sie "sprechen" lässt.

Pink Trombone war nie für Musik gedacht. Der Programmierer Neil Thapen hat es als interaktives Lehrwerkzeug für Sprachakustik gebaut, ein physikalisches Modell des Stimmtrakts, das man in einem Browser-Tab manipulieren kann. Es wurde vor Jahren viral, einfach weil es seltsam unterhaltsam ist: Man formt Lippen, Zunge und Kehlkopf, und das Ding grunzt, summt oder nuschelt zurück. Duda hat es jetzt als echtes Plugin nachgebaut, VST3, AU und AAX, für macOS, Windows und Linux, sodass es in einer DAW lädt wie jeder andere Synth, statt in einem Browser-Tab zu leben.

Warum sollte ein Producer das wirklich nutzen?

Weil es unter dem Witz ein Formantfilter mit einem physikalischen Modell dahinter ist. Man speist ein Sidechain-Signal ein, automatisiert Zunge und Kiefer, und bekommt vokalförmige Filter-Sweeps, robotische Vokaltexturen und Kehl-Instrument-Leads, die keine EQ-Kurve und kein herkömmlicher Vocoder wirklich nachbildet. Genau die Art von hässlich-schönem Sounddesign, das in Tech-House-Breaks oder Techno-Tracks auftaucht, die nach einer Textur suchen, die sonst niemand hat, halb Sprache, halb Drone, völlig unmenschlich. Serum hat seinen Ruf mit Wavetable-Sounddesign aufgebaut, das Producer in nie vorgesehene Formen verbogen haben; Pink Trombone lädt zur gleichen Art von Zweckentfremdung ein.

"Endlich kannst du Pink Trombone in deiner DAW spielen, genau wie jeden anderen Software-Synth!"

Ist es wirklich kostenlos, und wo ist der Haken?

Kein Haken. Es ist kostenlos, und Duda hat es ohne das übliche Produkt-Getrommel veröffentlicht, ein Plugin, einfach für alle bereitgestellt, die es wollen. Xfer hat noch nie so etwas verschenkt: Serum, Cthulhu und LFOTool sind alle kostenpflichtig. Eine kostenlose Veröffentlichung aus diesem Katalog, für ein Spaß-Instrument, das niemand als Plugin erwartet hätte, verbreitet sich genau deshalb schneller durch Producer-Discords und Gruppenchats als ein regulärer Produktlaunch.

Wer ist Steve Duda eigentlich?

Er ist der Sound-Designer und Entwickler hinter Xfer Serum, dem Wavetable-Synth, der seit über einem Jahrzehnt Standardinstrument der elektronischen Musikproduktion ist, neben dem MIDI-Arpeggiator Cthulhu und LFOTool von Xfer. Serums Preset- und Modulationssystem hat den Sound einer riesigen Menge an House, Techno, Trap und Bass Music geprägt, die seit 2014 veröffentlicht wurde.