Wer ist STL, und warum zählt ein Tripelalbum?
STL ist Stephan Laubner, und seit fast zwanzig Jahren veröffentlicht er so gut wie nichts außerhalb seines eigenen Labels Something, das er selbst aus dem Harz im Norden Deutschlands führt. Genau dieser Kontext gibt Take Me To Your Leader sein Gewicht. Sechzehn Tracks auf drei transparenten Maxis, sechs Seiten klares Vinyl, im Eigenverlag als SOMETHING Vinyl Series 33. Wer seine Diskografie so hütet, presst kein Tripelalbum aus Versehen.
Sechzehn Tracks, sechs Seiten, ein Label, ein einziges Paar Hände. Eine Platte zum Damit-Leben, nicht zum Weiterscrollen.
Wie klingt es wirklich?
Unheimlich, ausgedehnt, gleichgültig gegenüber der Uhr. Das ist Leftfield-House, überschattet von Atmosphären wie aus Akte X, durchzogen von Acid, Dub Techno und einem rohen, psychedelischen Groove. Die Grooves bleiben warm, selbst wenn die Stimmung kalt wird: das ist der STL-Trick, Musik, die zugleich verwunschen und einladend ist. Es startet mit So Bin Ich Dem Leben Naeher und verabschiedet sich mit Standard Fried Stir, in dieser ungehetzten Überzeugung, die längst seine eigene ist.
Inwiefern ist es für DJs gebaut?
Zwischen den langen Kompositionen stecken vier Loops, mit A, B, C und E markiert, und sie dienen als Bindeglied. Sie sind das Werkzeug: knappe, DJ-taugliche Passagen, auf die man sich stützen kann, um die größeren Stücke zu verbinden, oder aus denen man ein Set allein aus dem Album baut. Ein Produzent, der an den Floor denkt, während er für den Kopfhörer schreibt.



