SYNOID läuft seit 2016 in Berlin, eine der langlebigeren Techno-Partymarken der Stadt, aufgebaut um Marathon-Weekender und Resident-DJ Acierate. Jetzt sagt eine wachsende Liste von Künstlern, der Veranstalter sitze seit fast einem Jahr auf ihren Gagen, und das bei laufendem Ticketverkauf.

Wer sagt, nicht bezahlt worden zu sein?

Laut Faze Mag gehören die DJs USAW, KTK, frazi.er und Aylin Idah zu den Künstlern, die öffentlich Kollegen davor warnen, sich von SYNOID buchen zu lassen. USAW spielte im September 2025 beim SYNOID Weekender, die Gage für diesen Auftritt sei bis heute nicht angekommen. Manuela Budimilic war früh dran: Sie setzte den Veranstalter bereits 2024 auf die schwarze Liste, lange vor der aktuellen Beschwerdewelle. Mixmag Germany hatte bereits dokumentiert, dass Valerie Ace, Perc, Tham und Frazier dasselbe Problem meldeten, zusammen mit einem Muster aus verschobenen Jubiläen und gekündigten Booking-Agenten, das weiter zurückreicht als die meisten dachten.

SYNOID hat Künstlern gegenüber Insolvenz als Grund für die Nichtzahlungen genannt. Diese Erklärung trägt immer weniger, je länger die Party weiterläuft: Faze Mag berichtet, SYNOID habe weiter auf Instagram beworben und über Resident Advisor Tickets verkauft, selbst als Künstler öffentlich wurden, und die Berliner Szene macht inzwischen öffentlich Druck auf den Club AEDEN, die Buchung von SYNOID zu canceln.

Warum jetzt eine Jubiläumsparty feiern?

Genau diese Frage stellte DJ WNDRLST direkt, in einem Aufruf, der die Schuld bezifferte: mehr als 20 Künstler, Crew und Management, seit rund einem Jahr noch nicht bezahlt. SYNOIDs Antwort darauf war faktisch, Ten Years SYNOID im AEDEN am 7. August 2026 trotzdem durchzuziehen, mit Rebekah, AnD, SLV und PINKBOIALWAYSCRY im Line-up.

"Die Dreistigkeit, ein neues Event anzukündigen, während man über 20 Leuten seit einem Jahr die Gage schuldet, ist absolut wahnsinnig."

Das sagt WNDRLST, und genau dieser Satz kursiert seither durch die DMs und Gruppen der Berliner Technoszene. TTH konnte keine öffentliche Stellungnahme, Entschuldigung oder einen Rückzahlungsplan von SYNOID oder Acierate zu den Vorwürfen finden, weder rund um die Jubiläumsparty noch danach.

Was passiert mit einem Veranstalter, dem die Szene nicht mehr traut?

Meist nichts Schnelles, und genau das ist der eigentliche Skandal. Unbezahlte DJ-Gagen sind notorisch schwer einzutreiben: Die meisten Buchungen laufen per Handschlag oder dünnem Vertrag, ein Rechtsstreit kostet oft mehr als die Gage selbst, und ein Veranstalter, der Tür und Ticketing-Konto offenhält, kann lange weiterlaufen, nachdem einzelne Künstler längst aufgegeben haben. Was tatsächlich etwas bewegt, ist genau das, was hier passiert: namentlich genannte DJs, die untereinander und mit der Presse reden, ein öffentlich adressierter Club, und ein vielgeteiltes Zitat, das private Beschwerden in ein Reputationsproblem verwandelt, das sich SYNOID nicht mehr wegkommunizieren kann.

Das AEDEN hat sich öffentlich nicht dazu geäußert, ob es weiter Events von SYNOID buchen wird.