Wer steht wirklich auf dem Wall2Wall-Line-up?

Wall2Wall übernimmt das RSO Berlin für fünf aufeinanderfolgende Nächte, vom 13. bis 17. August, und das Line-up, das Resident Advisor am 9. Juli veröffentlichte, geht über 50 Namen hinaus. Ganz oben: Monolake, Erol Alkan, Ellen Allien, Josey Rebelle, Byetone, Etapp Kyle, Setaoc Mass, Grace Dahl und Jennifer Loveless, daneben Dutzende Berliner Residents wie Belaria, Thabo, Elli Acula oder Kim She, die selten neben Namen dieser Größenordnung stehen. Es ist eine wirklich gemischte Auswahl: ambient-nahe Listening-Sets, harte Techno, Breaks, alles, was fünf Club-Nächte hergeben, kein Ein-Genre-Festival, das sich als Vielfalt tarnt.

Warum Floors an lokale Crews abgeben statt alles selbst zu buchen?

RA nennt es 'Wall2Wall-Tradition': HEISSS, Raster Selected, Xtrude und weitere Berliner Crews übernehmen Teile des Programms, statt dass jeder Slot zentral vom Festival gebucht wird. Das ist eine kleine, aber echte strukturelle Entscheidung: Die meisten Club-Residencies dieser Größe behalten die Programmierung im Haus und ergänzen nur Gäste; Wall2Wall leiht seine Floors stattdessen genau den Kollektiven, die das restliche Jahr über ihre eigenen Nächte betreiben, und genau das verhindert, dass fünf Nächte im RSO zu einem endlos wiederholten Headliner-Set werden.

Überschneidet sich das mit etwas anderem in dieser Woche?

Ja, und genau dieser Zufall macht die Woche zur doppelten Meldung für Berlin. Dieselbe Ankündigung vom 9. Juli brachte auch den Veranstalter Home Again dazu, sein Line-up zum zehnjährigen Bestehen vorzustellen: Solomun, Ryan Elliott, Chris Stussy und Eris Drew auf vier Floors im Revier Südost, einem ehemaligen Brauereigelände in Schöneweide, vom 16. bis 18. August. Das überschneidet sich mit den letzten beiden Wall2Wall-Nächten: Berlins Publikum, ob lokal oder angereist, muss sich am selben Wochenende zwischen einer Fünf-Nächte-Residency im RSO und einer 40-Stunden-Jubiläumsrave entscheiden, ein Terminstau, den Booker und Veranstalter stärker spüren werden als die Tanzfläche selbst.