Patchbare Software-Synths sind zu einem eigenen, überfüllten Subgenre geworden: Oszillatoren auswählen, Modulatoren dranhängen, das Ergebnis durch Filter und Effekte routen, wiederholen, bis etwas Interessantes entsteht. Was die meisten gemeinsam haben, ist eine Formatliste, die bei VST3 und Audio Units endet. Der neue Synth von Warsaw Wave, Revolt, bleibt nicht dabei stehen.

Was unterscheidet Revolt von anderen patchbaren Synths?

Die Architektur selbst ist jedem vertraut, der schon einmal ein semimodulares Rack benutzt hat: vier Oszillator-Slots (analog-artig, Wavetable oder Noise, mit FM, Feedback und Hard Sync), acht Modulations-Slots für Envelopes, LFOs oder Noise-LFOs, zwei Multimode-Filter, die in Reihe oder parallel geroutet werden können, und vier frei anordenbare Effekt-Slots (Reverb, Delay, Chorus, Flanger, Distortion, Bitcrushing). Für sich genommen nichts Revolutionäres. Was heraussticht, ist die Modulationsmatrix: Sie folgt jeder Verbindung visuell in dem Moment, in dem sie entsteht, sodass ein Patch mit einem Dutzend aktiver Routings auf einen Blick lesbar bleibt statt zu einem unlesbaren Durcheinander zu werden. Dazu kommt eine Randomisierungs-Engine, die Patches aus ausgewählten Parametern und einem Variations-Regler neu generieren kann, nützlich für Sound-Designer, die kontrolliertes Chaos statt eines kompletten Resets wollen.

Vier Oszillatoren, acht Modulatoren, und über 800 Millionen mögliche Routing-Kombinationen, alles auf einer Seite.

Warum zählt der Linux-Support hier wirklich?

Das ist die eigentliche Schlagzeile für einen Teil der Produktionswelt. Revolt läuft unter Windows 10 und höher sowie macOS 12 und höher als VST3, Audio Units und Standalone, erscheint aber auch als native VST3-, LV2- und Standalone-Version für Linux. LV2 ist das Plugin-Format, das native Linux-DAWs wie Ardour, Qtractor oder Carla tatsächlich erwarten, kein über Wine emuliertes VST, das in einer Kompatibilitätsschicht humpelt. Die meisten kommerziellen Synth-Entwickler behandeln Linux als Rundungsfehler in ihrer Nutzerbasis und kümmern sich nie darum; ein wirklich plattformübergreifender patchbarer Synth, der alle drei Systeme als gleichwertig behandelt, ist immer noch selten genug, um hier die eigentliche Geschichte zu sein, Einführungsrabatt hin oder her.

Der Einführungspreis liegt bis zum 11. November 2026 bei 59 Dollar, danach wieder bei 89 Dollar. Daneben gibt es eine kostenlose Version (zwei Oszillatoren, vier Modulatoren, ein Filter, zwei Effekte, reduzierte Makros und Arpeggiator) ohne Zeitlimit, plus eine vollwertige siebentägige Testversion für alle, die vor dem Kauf den gesamten Funktionsumfang prüfen wollen.