Das Watergate schloss Ende 2024 nach mehr als zwanzig Jahren an der Spree, verdraengt von derselben Vermietergruppe, der das Gebaeude an der Oberbaumbruecke gehoert, in dem es untergebracht war. Nun hat die Padovicz-Gruppe laut Groove und Faze Magazin dem RBB mitgeteilt, dass ein "international erfolgreicher" Clubbetreiber genau in diesen Raum einzieht. Kein Name, kein Eroeffnungstermin, nur die Ankuendigung, dass der Ort wieder ein Club wird, unter anderem Namen und anderem Mietvertrag.

Wer ist Padovicz, und warum macht die Berliner Clubszene ihn verantwortlich?

Die Immobiliengruppe von Gijora Padovicz kontrolliert einen betraechtlichen Teil des Uferbestands in Kreuzberg und Friedrichshain, darunter das Gebaeude an der Oberbaumbruecke, in dem das Watergate seine gesamte Geschichte verbrachte. Bei seiner Schliessung verwies der Club direkt auf Miet- und Kostendruck durch diesen Vermieter. Groove geht weiter und erklaert unumwunden, Padovicz habe "wiederholt Clubbetreiber behindert", und fuehrt die Geschichte von Wilde Renate, einem weiteren Technoclub in einem Padovicz-Gebaeude, als frueheres Beispiel an. Das ist kein Einzelstreit um einen einzelnen Mietvertrag. Es ist ein Vermieter, von dem die Szene gelernt hat, Reibung zu erwarten, gleich zweimal, in zwei der wichtigsten Raeume der Stadt.

Was wissen wir wirklich ueber den neuen Betreiber?

Kaum etwas, und genau diese Luecke macht die Geschichte aus. Die Formulierung der Padovicz-Gruppe selbst, ein "international erfolgreicher" Betreiber, ist vage genug, um fast alles zu bedeuten: ein auslaendisches Promoter-Kollektiv, eine bereits etablierte deutsche Marke auf Expansionskurs, oder sogar einen Hospitality-Betreiber ganz ohne Technogeschichte. Faze Magazin bestaetigt, dass die Berlin Projekt Immobilienmanagement GmbH, die mit Padovicz verbundene Firma, die das Gebaeude verwaltet, keine offizielle Stellungnahme zur Identitaet des Betreibers abgegeben hat. Die Berliner Clubpresse beobachtet diese Eigentumsstruktur genau, gerade weil dieselbe Firma auch die Schluessel zu Wilde Renate haelt.

Warum zaehlt dieser neue Mieter mehr als ein gewoehnlicher Mieterwechsel?

Weil dieser Raum nicht neutral ist. Die Watergate-Terrasse ueber der Spree, die Glaswand mit Blick auf die Oberbaumbruecke, gehoerten zu dem, was den Club 22 Jahre lang zu einem der markantesten Berlins machte, und er schloss genau deshalb, weil der eigene Vermieter das Bleiben unbezahlbar gemacht hatte. Wer dort nun einzieht, erbt diesen Ruf, diesen Ausblick und diese Geschichte, waehrend der Vermieter, der den Raum ueberhaupt erst leergemacht hat, wieder Miete daran verdient. Fuer eine unabhaengige Szene, die zwei Jahre lang um das Watergate als Symbol eines Berlin trauert, das dem Immobiliendruck Boden preisgibt, ist es genau die Art Geschichte, die den Zorn am Kochen haelt, wenn dieselbe Immobiliengruppe nun am erneuten Befuellen des Raums verdient.

Die Padovicz-Gruppe habe "wiederholt Clubbetreiber behindert", berichtete Groove und fuehrte die Geschichte von Wilde Renate als frueheres Beispiel an.