Die meisten Quantizer in einem Eurorack-Case erledigen nur einen Job: eine wandernde Spannung auf die naechste Note einer 12-Ton-Skala einrasten. Xaoc Devices hat Skopje dafuer gebaut, etwas zu tun, das viele Modular-Musiker seit Jahren wollen und in einem 6HP-Format kaum bekommen: Quantisierung auf JEDE Skala, auch solche, die es in der 12-Ton-gleichstufigen Stimmung schlicht nicht gibt.

Was kann Skopje tatsaechlich?

Skopje liest SCALA-Dateien, das offene Skalenformat, das mikrotonale Komponisten seit Jahrzehnten nutzen, um reine Stimmungen, historische Temperaturen und selbst erfundene Tonsysteme zu definieren. Man laedt eine .scl-Datei (oder eine einfache Textskala) von einer microSD-Karte, und Skopje quantisiert die eingehende CV entsprechend, auf zwei unabhaengigen Kanaelen mit jeweils eigenem Ein- und Ausgang. Mit 100 Baenken zu je 100 Skalen passt auf eine einzige Karte eine komplette Bibliothek, von indonesischen Gamelan-Stimmungen bis zur 31-Ton-gleichstufigen Stimmung, live umschaltbar per Trigger oder CV.

Das Modul setzt auf hochpraezise A/D- und D/A-Wandler und ein OLED-Display, damit die Skalenwahl ohne Menuegewuehl klappt, dazu Glide, CV-gesteuerten Skalenwechsel, unquantisierte Transposition fuer Vibrato und einen Kalibriermodus fuer VCOs, die nicht sauber tracken. Fuer sich genommen ist nichts davon neu. Neu ist, das alles zusammen, inklusive vollem SCALA-Support, in einem kompakten Zweikanal-Modul fuer 319 Euro zu bekommen.

Skopje behandelt Mikrotonalitaet wie ein Preset, nicht wie ein eigenes Projekt. Das ist der eigentliche Unterschied.

Wofuer ist Budapeszt gebaut?

Budapeszt ist ein anderes Werkzeug: ein stereo Dual-Spektralprozessor auf Basis zweier unabhaengig stimmbarer Kammfilter, verteilt auf sechs Betriebsmodi, mit ueberkreuzten Feedback-Wegen zwischen den beiden Kanaelen und einem Feedback-Phaseninvertierungs-Schalter pro Filter. Ein Kammfilter funktioniert, indem es ein Signal mit einer verzoegerten Kopie seiner selbst addiert, wodurch manche Frequenzen verstaerkt und andere in einem kammartigen Muster ausgeloescht werden. Zwei solche Filter mit schaltbarem Feedback zu stapeln, ergibt alles von metallischer Resonanz im Physical-Modeling-Stil bis zu Flanging und Chorus, je nach Modus und gewaehlten Verzoegerungszeiten.

Ein Stereo-LFO (frei laufend oder synchronisiert) und ein Envelope Follower lassen diese Filterung entweder von selbst wandern oder auf das reagieren, was hineingespeist wird, sodass der Effekt mit einer Sequenz atmet statt statisch zu bleiben. Das ist weniger ein Effektpedal als ein eigenstaendiges resonantes Instrument, die Art Modul, um das herum man einen generativen Patch oder einen Drone baut, statt es ans Ende der Kette zu haengen.

Warum sollte das Deep-Tech- und Minimal-Produzenten interessieren?

Keines der beiden Module zielt auf eine klassische Four-on-the-Floor-Session, und Xaoc tut auch nicht so. Aber die Deep-Tech-, Minimal- und Organic-House-Ecken der Szene setzen stark auf modulares Equipment fuer Textur, und beide Module loesen einen echten Reibungspunkt in diesem Workflow. Skopje nimmt die uebliche Ausrede, bei 12 Toenen zu bleiben (eine mikrotonale Skala zu laden bedeutete bisher Workarounds oder die Suche nach einem seltenen Quantizer); Budapeszt gibt einem Patch spektralen, resonanten Charakter, ohne zu einem Plugin greifen zu muessen. Fuer Produzenten, die generative oder halb improvisierte Sets um ein Modular-Rack herum bauen, sind das zwei Gruende weniger, das Case links liegen zu lassen.

Wo ordnen sie sich im Xaoc-Katalog ein?

Beide Veroeffentlichungen erweitern eine Linie, die Xaoc gezielt um experimentelle, generative und mikrotonale Komposition herum aufgebaut hat, statt um klassische subtraktive Synthese, die Nische, die der Warschauer Hersteller seit Jahren still im Eurorack besetzt. Skopje ist ab sofort bei Thomann und Perfect Circuit erhaeltlich; Budapeszt komplettiert das Paar als spektrale Verarbeitungshaelfte derselben Veroeffentlichung.