Warum eine Dance-EP nach einer Straße in Lahore benennen?

Canal View ist das Viertel, in dem ZAINAB aufwuchs, bevor ihre Familie nach New York zog, wo sie heute in Brooklyn lebt. Der Name für ihre Debüt-EP ist ein bewusster Anker: Hier leiht sich keine Produzentin südasiatische Texturen als Gewürz, sondern ein konkreter Ort steht für eine konkrete Person. Die EP erscheint am 14. August bei Technicolour, dem Dance-Label von Ninja Tune, und verbindet ihre Kindheit in Lahore mit ihren New Yorker Clubjahren zu einer einzigen Platte, statt sie als getrennte Kapitel zu behandeln.

Wie funktioniert „Banglahore" wirklich als Kollaboration?

Der Titel verschmilzt Bangladesch und Lahore, die beiden Heimatstädte von ZAINAB und ihrer Kollaborationspartnerin auf dem Track. Es ist ein kleines Wortspiel, das für etwas Größeres steht: eine pakistanische und eine bangladeschische Künstlerin, die trotz einer langen, schwierigen politischen Geschichte zwischen ihren beiden Ländern gemeinsam einen Track bauen. Dieser Rahmen ist hier keine Nebensache, die Kollaboration ist der eigentliche Punkt des Songs, kein Gastpart, der für mehr Reichweite angeflanscht wurde.

Warum spielt die Sprache auf einem Dance-Track eine Rolle?

Urdu wird weltweit von etwa 246 Millionen Menschen gesprochen und taucht in Clubmusik so gut wie nie auf, die standardmäßig auf Englisch setzt, selbst wenn das nicht die Sprache der Person hinter den Reglern ist. „Jadoo", die Leadsingle der EP, trägt Lyrics, die vollständig auf Urdu geschrieben und gesungen sind. ZAINAB betreibt außerdem Azadi, Urdu für Freiheit, eine Partyreihe und ein künftiges Label, das explizit um denselben diasporischen Sound gebaut ist, weshalb sich Canal View weniger wie ein einmaliges Statement liest und mehr wie die erste Platte innerhalb eines größeren Projekts, das sie gerade aufbaut.

„Ich sehe die EP als eine Verschmelzung von Lahore und New York: ein Hin- und Herblicken zwischen beiden Orten, bei dem ich mich frage, was aus diesen Klängen wird, wenn sie aufeinandertreffen."