Derek Marin ist nie dem Rampenlicht hinterhergelaufen, und genau deshalb läuft ein großer Teil der heutigen Minimal- und Tech-House-Linie über ihn, ohne dass die meisten Tänzer seinen Namen kennen. Der New Yorker Produzent und DJ, bekannt als Modest D und später als Platonik, starb am 31. Juli im Alter von 52 Jahren. Eine Quelle aus dem Umfeld von Faucet Music, dem von ihm gegründeten Label, bestätigte die Nachricht am 3. August gegenüber Resident Advisor. Eine Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.

Marins Werdegang ist der Werdegang der New Yorker Underground-Szene selbst: Schlagzeug als Kind, dann ein Heimstudio und erste DJ-Auftritte als Teenager, dann Mitte der 90er ein fester Platz im Club-Circuit der Stadt. Das war das Jahrzehnt, in dem Minimal und Tech House auf beiden Seiten des Atlantiks noch ihre Form suchten, und Marin gehörte zu denen, die sie leise aus der Kabine und am Mischpult formten, nicht über die Medien.

Was war Faucet Music eigentlich?

2001 startete Marin Faucet Music, das zum Zentrum von etwas Größerem als nur einem Label wurde. Drumherum baute er Subtrak Records, Like Button und Modest Music auf, eine kleine Konstellation von Labels, die es ihm mit einem wechselnden Kreis von Mitstreitern erlaubte, reduzierte, groove-lastige Platten zu veröffentlichen, ohne auf die Zustimmung von irgendjemandem zu warten. Das ist der eigentliche Punkt: ein Produzent, der 2001 seine eigene Infrastruktur aufbaute, Jahre bevor Selbstveröffentlichung zum Standard wurde, und sie ein Vierteljahrhundert lang am Laufen hielt.

Seine eigene Diskografie führte über Thoughtless Music, Plastic City, Get Physical, Superfreq, Little Helpers, Nervous und Toolroom, Labels, die zusammengenommen die gesamte Landkarte des Minimal und Tech House der 2000er und 2010er Jahre skizzieren. Er war kein Ein-Label-Künstler auf der Suche nach der Anerkennung einer einzigen Szene, sondern ein arbeitender Produzent, dessen Sound, reduziert, hypnotisch, mit Acid-Einflüssen durchsetzt, überall dort seinen Platz fand, wo der Floor ihn brauchte.

Das ist "Modest Music 2", aus seiner eigenen Mix-Reihe History Lessons, der Sound eines Produzenten, der seine eigenen Labels wie ein Tagebuch nutzte. Ein guter Ort, um zu hören, was er mit groove-led meinte.

Warum zählt ein Produzent wie er heute noch für die Szene?

Marin baute sich einen Ruf mit reduzierten, groove-lastigen Produktionen auf, die Minimal-, Tech-House- und Acid-Einflüsse verbanden.

Später zog er von New York nach Berlin, wo Minimal inzwischen zu einem dominanten Exportgut geworden war, und legte weiter im Golden Gate, im Gretchen und in der Minimal Bar auf, jene Art von Läden, die keine Schlagzeilen machen, aber das eigentliche Wochennacht-Leben einer Stadt prägen. In New York blieb er Stammgast im Polygon, im Eris und in der Louie & Chan. Neben DJing und Produktion komponierte er Filmmusik, eine zweite Karriere, die selten mit dem Namen Modest D in Verbindung gebracht wurde, aber jahrelang parallel lief.

Was wird jetzt aus Faucet Music?

Das ist die offene Frage, mit der die Szene gerade ringt. Faucet Music, Subtrak, Like Button und Modest Music stehen für 25 Jahre Katalog und Beziehungen, jene Art von Hintergrundstruktur, die einen einzelnen Künstler überdauern kann, wenn die richtigen Leute sie am Laufen halten. Vorerst bleiben die Labels so, wie Marin sie hinterlassen hat: Beweis dafür, dass ein Künstler etwas Dauerhaftes aufbauen kann, ohne je der lauteste Name im Raum sein zu müssen.

Nur wenige Produzenten können von sich behaupten, sowohl die Geburt der New Yorker House- und Techno-Underground-Szene in den 90ern als auch deren Export nach Berlin zwei Jahrzehnte später miterlebt zu haben. Derek Marin war bei beidem dabei und veröffentlichte die ganze Zeit über still und beständig Platten.