Was macht die Regler des MD-7 wirklich anders?
Bei den meisten Synths dreht man an einem Potentiometer, eine Zahl ändert sich auf dem Bildschirm, und man hofft, an der richtigen Stelle gestoppt zu haben. Mach Devices ersetzt das durch zwei motorisierte Scheiben, die auf feldorientierter Regelung (FOC) basieren, derselben Technik, die in hochwertigen Servosystemen steckt. Die Scheiben drehen sich sanft bei kontinuierlichen Parametern wie der Filtergrenzfrequenz, aber sobald man einen Parameter mit festen Zuständen erreicht, etwa Oszillator-Wellenformen, versteift sich der Motor und lässt die Scheibe durch harte, schalterartige Raststufen klicken. Schiebt man einen Wert bis an sein oberes oder unteres Limit, blockiert die Scheibe abrupt in diese Richtung. Laut Synth Anatomy ist die Idee, genau zu spüren, wo man sich in einem Patch befindet, ohne je nach unten schauen zu müssen, was auf einer dunklen Bühne oder einem vollgestellten Tisch, wo der Blick schon auf Mixer oder Laptop liegt, mehr zählt, als es klingt.
Warum gibt ein brandneues Unternehmen seinen Quellcode her?
Mach Devices ist ein junges Unternehmen mit Sitz in Hongkong, ohne einen Katalog, den es schützen müsste, und nutzt das, um zu öffnen, was die meisten Hersteller verschlossen halten: DSP-Engine, Modulationsmatrix und Sequenzer werden komplett auf GitHub liegen. Das ist eine andere Wette als der geschlossene Ansatz, den die meisten Hardware-Synth-Hersteller fahren. Damit landet der Klangerzeugungscode des MD-7 in den Händen von jedem, der ihn lesen, korrigieren oder komplett ersetzen will, näher an dem, wie Mutable Instruments sich mit offener Eurorack-Firmware einen Ruf aufgebaut hat, als an der Arbeitsweise der meisten Taschensynth-Hersteller. Für ein Unternehmen, das rund um eine wirklich neue Bedienoberfläche schnell Vertrauen aufbauen will, ist es ebenso Wachstumsstrategie wie Designphilosophie, Hobby-Entwicklern einen Grund zu geben, für die Plattform zu entwickeln.
Was steckt sonst noch im MD-7, und wann kann man ihn wirklich kaufen?
Neben den haptischen Scheiben bringt der MD-7 einen programmierbaren, mehrkanaligen Drum-Looper mit, einen microSD-Steckplatz für Samples und Projekte sowie zwei USB-C-Anschlüsse, aufgeteilt auf MIDI/Audio und Laden, dazu die 13-Tasten-Tastatur und das IPS-Display, die Gearnews in seinem Praxistest beschreibt. Mach Devices hat einen Preis von 267,95 EUR festgelegt, günstig für ein Gerät voller Motoren, aber ohne festes Erscheinungsdatum. Diese Lücke zwischen Ankündigung und Verfügbarkeit ist das eigentliche Risiko: ein erstes Hardware-Produkt eines unerprobten Unternehmens, mit mechanischen Teilen, die noch nie in Konsumentenmengen produziert wurden.
Mach Devices wettet darauf, dass die Regler eines Taschensynths mehr können als drehen: Sie können einem physisch sagen, wann Schluss ist.



