Was wurde wirklich umgebaut?

Im Zentrum stand der Green Floor, der House-lastige Hauptraum des Clubs. Laut Renate selbst: Die Trennwände, die den Raum in kleine Zimmer zerstückelten, fielen, die Anlage wurde durch ein Maßsystem von Kirsch Audio mit zusätzlichem Horn-Verteiler ersetzt, und die Tanzfläche wurde L-förmig neu geschnitten, damit mehr Leute die Booth sehen können. Draußen kamen eine neue Bar-Hütte im Garten, Sitzgelegenheiten und ein Brunnen im Hof dazu. Die Räume drumherum aber, die, die das Renate wie das Renate aussehen lassen, wurden aufgehübscht statt plattgemacht: bunte Fensterfolien, ein rotes Zimmer unter halbrunden Deckenlampen, ein Raum um ein Himmelbett aus Metall gebaut, eine Piratenschiff-Bar. Groove nannte das Ergebnis im April-Bericht «eine Hausparty ohne verschlossene Schlafzimmer»: Die schlafzimmergroßen Räume des alten besetzten Hauses bleiben Schlafzimmer, in Form und Gefühl, nur eben jetzt offen für alle, nicht nur eine Handvoll Besetzer.

«Das Renate ist eher ein Spielplatz, anders als andere Clubs mit ihren identischen Grundrissen, das macht es besonders.» - Caitlin Russell, PR-Managerin des Renate

Warum wäre das Renate fast verschwunden?

Nichts davon lief nach festem Zeitplan. Der Mietvertrag des Renate sollte 2025 auslaufen, und monatelang wusste der Club nicht, ob er danach überhaupt weiterbestehen würde. Ein neuer Zehnjahresvertrag kam erst am 15. Dezember 2025, mit dem, was der Club als entscheidende rechtliche Unterstützung von Franziska Giffey beschreibt, Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Erst nachdem der Vertrag stand, konnte der Umbau starten: eine sanfte Wiedereröffnung nur an Wochenenden ab Januar 2026, dann der volle Neustart im April nach drei Monaten Bauzeit.

Fühlt es sich noch wie das Renate an?

Das ist die Wette von Booker Felix Cornelsen mit einem Line-up, das genau das testen soll: Daniel Avery, Stenny, Angel D'lite und Mary Lake auf sieben Etagen für 66 Stunden am Stück, vom 11. bis 14. September. Das Renate feiert seit seinem 18. Geburtstag jedes Jahr eine Jubiläumsparty, aber diese hier wiegt schwerer als eine runde Zahl. Der Club, der überlebt hat, indem er umgebaut wurde, bleibt der Club, der aus einer Hausbesetzung entstand, behält sein aus Schrott gebautes Labyrinth unter der Tanzfläche, und sieht immer noch aus wie kein anderer Ort in Berlin. «Das ist ein riesiges Privileg für mich,» sagte Cornelsen über die Programmierung der wiedereröffneten Räume, «die Chance, hier zu kuratieren, Einfluss zu haben.»