Was unterscheidet die Werchter-Version vom Rest der Tour?

Charlotte de Witte tourt mit The Resistance seit der Premiere im [UNVRS] auf Ibiza, danach zu We Love Green in Paris und Sonar in Barcelona, beide endeten mit stehendem Publikum. Für Werchter hat sie sie neu gebaut. Sie nennt diese Version XXL und historisch und sagt, sie enthülle ein Element, das keine frühere Station gesehen hat, vorbereitet in etwa drei Wochen.

Die Größenordnung ist der Punkt. The Resistance verlässt den Club und den dem Tanzen gewidmeten Rahmen und zieht in das The Barn von Rock Werchter, ein Zelt für 20.000 Menschen beim größten Rockfestival Belgiens. Es ist das Abschluss-Set. Die visuelle Identität stammt von Johanna Jaskowska, Digitalkünstlerin und Creative Technologist, deren Praxis AR, CGI und Fotografie durchzieht, und genau diese Identität muss tragen, wenn sich der Raum verdreifacht.

Ist Techno in Arenagröße noch Underground oder das Spektakel, gegen das sich die Szene definierte?

Hier ist die Spannung, die man aushalten sollte. Techno wuchs in Räumen auf, die den Künstler versteckten und Publikum und Sound in den Vordergrund stellten. The Resistance macht das Gegenteil: eine benannte, gebrandete Audiovisual-Produktion auf Tour mit eigener Handschrift, die ein Rockfestival vor zwanzigtausend Menschen abschließt. Das ist Arenalogik, genau die, gegen die sich Techno einst positionierte.

The Barn ist ein Rockraum. Ihn mit einer Techno-Live-Show zu füllen, ist eine Ansage darüber, wer heute den Hauptbühnen-Slot bekommt, und de Witte macht sie im eigenen Land.

Die faire Lesart ist, dass beides zugleich stimmt. Die Musik darunter bleibt hart, schnell, unverkennbar ihre. Was sich verändert hat, ist der Rahmen darum. Ob ein Zelt für 20.000 Menschen die Intensität tragen kann, die die kleineren Räume wichtig machte, ist die eigentliche Frage, und Werchter ist der Test.