Warum geht die Gerichtsniederlage eines Blur-Drummers die House-Szene an?
Weil das Geld im Zentrum des Falls zum Teil unseres ist. Wenn ein DJ-Set oder eine Clubnacht nicht gemeldet werden, und die meisten werden es nicht, werden die Aufführungstantiemen trotzdem eingezogen. Sie lassen sich nur keinem Track und keinem Urheber zuordnen. Diesen nicht zugeordneten Haufen nennt die Branche 'Black Box'. PRS for Music verteilt ihn dann anteilig zu dem, was jedes Mitglied ohnehin schon an zugeordneten Plays verdient.
Halten wir kurz inne. Die Plays, die in der Box verschwinden, kommen stark aus dem Underground: Warehouse-Sets, Back-to-Backs, Edits und Dubs, die kein Meldesystem je erfasst. Das Geld, das dieser Haufen erzeugt, fließt danach zu den Urhebern mit den größten zugeordneten Katalogen, also zum Chart-Pop, nicht zu den Produzenten, deren Tracks den Raum tatsächlich gefüllt haben.
Was hat das Gericht genau entschieden?
Am 29. Juni 2026 wies das Berufungsgericht ([2026] EWCA Civ 814) die Klage von Dave Rowntree ab und bestätigte das Competition Appeal Tribunal, das sie bereits verworfen und die Zulassung als Sammelklage verweigert hatte. Die vorgeschlagene Gruppe umfasste alle PRS-Urhebermitglieder von März 2017 bis zur Einreichung der Klage.
Rowntree hielt die anteilige Methode für unfair und bezifferte den Ausfall auf bis zu 200 Millionen Pfund, ein Missbrauch marktbeherrschender Stellung nach dem Competition Act 1998. Die Richter sagten nicht, die Verteilung sei fair. Sie sagten, er habe ihnen nichts gegeben, woran man sie messen könnte.
Die wahre Verteilung ist unerkennbar, weil genau die Daten fehlen, die sie zeigen würden.
Ist die Frage der 'Black Box' damit geklärt?
Nein. Lord Justice Miles brachte den Kern ohne Umschweife auf den Punkt: keine realistische Alternative war vorgelegt worden. Eine bloße Verteilung pro Kopf würde die Ungerechtigkeit nur auf erfolgreiche Urheber verschieben, und kein anderes Szenario wurde angeboten, also gab es nichts, woran sich die bestehende Regel prüfen ließe. Rowntree akzeptierte, dass sich der Fall nicht auf dem Feld des Wettbewerbsrechts halten ließ. Das schließt nicht zwangsläufig jeden anderen Weg aus, aber diese Sammelklage ist tot.



