Es ist ein unveröffentlichter Drumcomputer ohne Preis und ohne Liefertermin. Es ist zugleich eine der emotionaleren Gerätemeldungen des Jahres, sobald man weiß, wessen Hände ihn gebaut haben.
Warum zählt eine Maschine, die nicht einmal im Verkauf ist?
Wegen der Abstammung. MFB, der Berliner Hersteller, dessen billige, charakterstarke Analog-Drumcomputer eine Generation von Techno- und Electro-Produzenten begleiteten, endete faktisch mit dem Tod von Gründer Manfred Fricke 2021. Der Ingenieur, der viele dieser Maschinen entwickelte, Uwe, machte unter einem neuen Namen weiter, Rides In The Storm, zuerst mit einer Reihe erschwinglicher Eurorack-Module. Die Rhythm Rides ist sein erstes eigenständiges Instrument, und sie ist unverkennbar eine MFB-Nachfahrin: kompakt, ein Regler pro Funktion, gebaut, um schön schmutzige Analogpercussion herauszuholen, ohne ein Vermögen zu kosten. Für jeden, der eine Tanzbar oder eine 522 besaß und die Marke leise betrauerte, ist das die naheliegendste Fortsetzung, die es gibt.
Was steckt wirklich drin?
Eine Menge, für eine Kiste dieser Größe. Die Rhythm Rides sind acht Spuren vollanaloge Percussion, jede mit eigener Stimme: Kick, Snare, Synbell, Toms, Claps, Rides und zwei Spuren namens dig 1 und dig 2. Unter dem Panel sitzen acht spannungsgesteuerte Filter und zehn VCAs, dazu eine Technik, die der Hersteller Comparator Transistor Synthesis (CTS) nennt und die Claps und Rides formt, mit Blend-Reglern zum Wechseln zwischen den Klangfarben. Die Modulation läuft über einen Hub namens NEXUS, der acht zuweisbare Mehrwellen-LFOs speist, und es gibt eine Intercircuit Modulation, um Stimmen miteinander zu verschalten. Ein 16-Tasten-Sequencer bietet, was der Hersteller Drum- und Magic-Modus nennt, Parameter Locks sind bestätigt, und jede Stimme bekommt einen Einzelausgang, neben einem Master-Ausgang mit eigenem Filter. Die Anschlüsse sind modern: MIDI über 3,5-mm-Klinke und USB-C-MIDI-Host, dazu USB-C-Audio.
Es liest sich wie eine MFB-Maschine, die endlich die Modulationstiefe und die Anschlüsse bekommen hat, die den Originalen fehlten.
Was ist noch unbekannt?
Das, was über alles entscheidet. Die Rhythm Rides wurde als Prototyp beim Sofia Synth Symposium in Bulgarien Mitte Juni gezeigt, in einem grünen Gewand, das sich laut Hersteller ändern kann, und es gibt weder Preis noch Erscheinungsdatum. Das zählt, denn der ganze Reiz von MFB lag darin, das günstig zu machen. Landet die Rhythm Rides nahe an dem Preis, der MFB zum Homestudio-Standard machte, betritt sie einen überfüllten Analog-Drum-Markt mit etwas, das keine Rivalin kaufen kann: echte Abstammung.



